Nach Berlin ist vor Thum

Delegation aus dem Erzgebirge bei der EM dabei – Stolz und Vorfreude auf Werfertag überwiegen

Die European Championships inklusive der Leichtathletik-Europameisterschaft sind Geschichte, dafür steht der 15. Thumer Werfertag direkt vor der Tür. Jeder im Verein fiebert dem kommenden Freitag entgegen, denn dann messen im Stadion an der Wiesenstraße wieder Vertreter der internationalen Werfer-Elite ihre Kräfte. Einige von ihnen waren in den vergangenen Tagen in Berlin am Start, so wie LV-90-Kugelstoßerin Christina Schwanitz. Bis zum letzten Durchgang in Führung liegend, wurde es für sie am Ende Silber. Die 20-Meter-Marke lag an diesem Abend außer Reichweite – genau wie das EM-Triple. Kein Wunder, dass sich die 32-Jährige hinterher etwas ärgerte. Ebenso war aber auch Stolz erkennbar. Schließlich ist ihre Babypause noch nicht allzu lange her. Und zu allem Überfluss erschwerte auch noch ein Autounfall die unmittelbare Vorbereitung auf die Europameisterschaft in Berlin.

„Klar hatten wir alle auf einen Erfolg gehofft, aber es war auch so eine tolle Leistung“, sagt Klaus Schubert. Der Vorsitzende des LV-90-Fördervereins hatte zu einer zwölfköpfigen Delegation gehört, die Christina bei ihrem Finalauftritt in der Hauptstadt von der Tribüne aus moralisch unterstützte. „Es war eine schweißtreibende Angelegenheit“, sagt Klaus Schubert schon über die Anreise, doch die Strapazen sollten sich lohnen, denn: „Die Stimmung im Stadion war super.“ Von der 20. Reihe aus hatten die Erzgebirger, zu denen neben Vereinsvertretern zum Beispiel auch Gelenaus Bürgermeister Knut Schreiter sowie Jens Römling von der Erzgebirgssparkasse gehörten, einen sehr guten Blick auf das Geschehen im Kugelstoßring.

Am Ende trafen die Besucher auch noch auf Trainer Sven Lang, an dem der zweite Platz von Christina noch sichtlich nagte. Doch Klaus Schubert versuchte, die Sache positiv zu sehen: „Angesichts der Vorgeschichte war auch Silber eine starke Leistung.“ Außerdem naht nun ja das Heimspiel in Thum, das für alle einen besonderen Höhepunkt darstellt. Der Werfertag im eigenen Stadion bietet nun mal eine ganz besondere Atmosphäre. „Das wird ein ganz anderes Flair als in Berlin. In Thum sind die Leute immer ganz nah dran an den Sportlern“, erklärt der Vorsitzende des LV-90-Fördervereins. Bei der EM sei dagegen aus der Ferne manches schwer zu verfolgen gewesen: „Mitunter war so viel los, dass man gar nicht genau wusste, wo man jetzt hinschauen soll. Erst der Beifall hat einen dann darauf aufmerksam gemacht.“ Groß war der Jubel übrigens auch zum Abschluss der EM, als die deutsche 100-Meter-Staffel der Frauen mit Rebekka Haase als Schlussläuferin Bronze gewann. Ein Riesen-Erfolg für unsere LV-90-Athletin, die sich hinterher vor allem beim Bundestrainer für das Vertrauen bedankte.

Ein schöner Abschluss der EM, dem ein ebenso schöner Thumer Werfertag folgen soll…

 

 

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