Zu zweit statt allein: In Thum dürfen Kadersportler wieder trainieren

Die Corona-Pandemie hat auch unseren Verein weiterhin fest im Griff. Wegen der Beschränkungen müssen die meisten Nachwuchssportler individuell für sich zuhause trainieren. Mit kleinen Challenges versucht Trainer Maik Werner, die Motivation hochzuhalten. Via Handy werden dabei kurze Videos ausgetauscht, in denen man sich gegenseitig zu Höchstleistungen anspornt. Doch die große Hoffnung liegt darin, dass dies nur eine Zeit der Überbrückung ist und dass es bald wieder losgeht. In kleinem Rahmen ist es sogar schon wieder losgegangen, denn in Thum können Kadersportler ab der U 16 aufwärts wieder trainieren. Entweder mit einem Trainer oder zu zweit als Sportler. Denn auch bei uns gilt die Regelung mit zwei Haushalten. Wir haben Anfang der Woche mal in der Thumer Halle vorbei geschaut – natürlich mit ausreichend Abstand…

Wo sonst großes Getuschel herrscht, das Trainer Maik Werner in den Griff bekommen muss, herrscht diesmal Ruhe. Nela Herzog und Pia Wetzel sind ja an diesem Nachmittag auch nur zweit, um in der Halle ihre Übungseinheit zu absolvieren. Nicht einmal ihr Coach ist mit dabei, hat ihnen nur Pläne zukommen lassen, was alles zu tun ist. Immerhin ist es nicht ganz so leise wie daheim, wo die beiden Leichtathletinnen des LV 90 Erzgebirge in den beiden Wochen zuvor noch jeweils ganz allein ihr Trainingspensum abspulen sollten. „So macht es schon etwas mehr Spaß“, sagt Nela. Mit dem Großteil ihrer Trainingskolleginnen kommuniziert sie auch weiterhin nur via Handy, aber zumindest mit Pia kann sich die Dreisprung-Expertin nun austauschen. „Zuhause bin ich nur alle zwei Tage Rad gefahren“, gesteht die U-20-Athletin aus Dittmannsdorf, die damit den Vorgaben von Maik Werner nicht ganz gerecht wurde. Dafür habe sie sich Pamela Reif zum Vorbild genommen. Ein Fitness-Star im Internet, dessen Übungen auch Nela zum Mitmachen anregten.

„Die Übungen sind fast besser als die unserer Trainer“, ergänzt Pia schmunzelnd. Bewegungsabläufe aus Online-Videos umzusetzen, liege derzeit voll im Trend, wobei die Jungen vor allem auf Sascha Huber stehen würden. „Das ist schon Kraftsport“, erklärt die Thumerin, die lieber Pamela Reif nacheifert. Doch neben deren Übungen tut die U-16-Athletin, die vor allem mit dem Speer erfolgreich ist, noch weitaus mehr für ihre Fitness. Nicht nur Radfahren und Jogging kommen dazu, auch die Hanteln und das Rudergerät daheim benutzt sie. Obwohl ihre Familie sehr sportlich sei, freut sich aber auch Pia, nun endlich gemeinsam mit einer anderen Athletin trainieren zu können. „So fällt einem die Motivation leichter“, sagt sie – und bestätigt damit die Einschätzung ihrer Trainer. Genau wie Maik Werner ist auch Sven Lang davon überzeugt, dass der Teamgeist gerade zu Corona-Zeiten eine wichtige Rolle spielt. Und deswegen hat sich der 58-Jährige dafür stark gemacht, auch in Thum wieder Training anzubieten.

„Wir als LV 90 sind ja Teil des Landesleistungsstützpunktes Chemnitz/Erzgebirge“, erklärt Sven Lang. Entsprechend der sächsischen Corona-Verordnung, die Anfang des Monats in Kraft trat, ist es Kadersportlern ab der U 16 aufwärts daher gestattet, in Thum zu trainieren. „Aber nur mit einem Trainer oder zusammen mit einem anderen Sportler“, sagt Lang und fügt an: „Die Regelung mit zwei Haushalten gilt auch für uns.“ An Sportschulen wie der in Chemnitz wurde das Konzept ab dem 2. November umgesetzt. In Thum mussten die Hygiene-Richtlinien erst noch mit der Stadtverwaltung abgestimmt werden, doch das ist dem LV 90 nun gelungen. „Das ist eine tolle Geschichte, denn es ist wenigstens ein kleiner Schritt in Richtung Normalität“, findet Lang. Bis hin zu den Wettkämpfen sei es dagegen noch ein langer Weg. „Aber der Dezember hat da ohnehin nie eine große Rolle gespielt“, so der Trainer. Erst im Januar gehe die Hallensaison los – hoffentlich auch 2021. Und bis dahin können hoffentlich auch alle anderen Nachwuchssportler wieder gemeinsam trainieren, um den Spaßfaktor zu steigern. Wir drücken die Daumen!

LV 90 verabschiedet mit Petra Treppte eine langjährige Leistungsträgerin der etwas anderen Art
Die Feierlichkeiten anlässlich des 30-jährigen Bestehens des LV 90 Erzgebirge musste coronabedingt ausfallen. Eine kleine Party gab es trotzdem im Verein – allerdings aus anderem Anlass. Schließlich wurde Petra Treppte, die als „Mädchen für alles“ etwa die Hälfte der Vereinsgeschichte miterlebt und mitgeprägt hat, verabschiedet. An ihre Bestzeit über 100 Meter kann sie sich ebenso wenig erinnern wie an ihren weitesten Versuch im Kugelstoßen. Und doch ist sie eine feste Größe beim LV 90 gewesen. Während andere wie Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz oder Bundestrainer Sven Lang im Rampenlicht standen, erledigte Petra Treppte stets die Arbeit im Hintergrund.
Nur per Zufall sei sie damals beim Verein gelandet. „Das Arbeitsamt hat mir diese ABM-Stelle vermittelt“, berichtet die gelernte Wirtschaftskauffrau, die sich fortan um die Büroarbeit im Verein kümmerte. Sie als reine Sekretärin abzustempeln, wird der vielfältigen Tätigkeit nicht gerecht. Vom Verkauf der Würstchen bei den Wettkämpfen in Thum oder Gelenau bis hin zu Aufgaben, die denen eines Geschäftsführers gleichkommen, kennt sich die 63-Jährige mit vielem aus. „Bis aufs Training habe ich eigentlich alles gemacht“, sagt sie schmunzelnd.
Auch die Vermarktung gehörte dazu. Eine wichtige Aufgabe, zumal der inzwischen in Gelenau beheimatete Leichtathletik-Verein vor 15 Jahren noch nicht so viel Prominenz zu bieten hatte wie jetzt. „Nur vereinzelt hatten wir Spitzenathleten wie Mareike Rittweg oder Candy Bauer. Auch Sven Lang war noch kein Bundes-, sondern Landestrainer“, erinnert sich Petra Treppte. Trotzdem stellte sie schon damals regelmäßig die Broschüren zusammen, um Mitglieder, Fans und Sponsoren über das Vereinsleben auf dem Laufenden zu halten. In den vergangenen Jahren fiel ihr das wesentlich leichter. Die Erfolgsmeldungen flatterten ihr regelrecht zu. Nicht nur wegen der Elite, zu der neben Christina Schwanitz zum Beispiel auch Sprinterin Rebekka Haase und Weitspringerin Annika Gärtz gehörten, sondern auch wegen der ambitionierten Jugend. Zuletzt sorgte vor allem der Gelenauer Steven Richter mit nationalen Titeln und Weltbestleistungen für Furore. „Schön, wenn die Sportler direkt aus der Region kommen“, freut sich Petra Treppte, die selbst im Burkhardtsdorfer Ortsteil Eibenberg wohnt.
„Der Verein ist immer weiter gewachsen“, sagt die 63-Jährige, die neben der Zahl der Mitglieder vor allem die der Bundeskader meint. Quantität und Qualität sieht sie beim LV 90 vereint, auch wenn das ihr immer mehr Arbeit verschaffte. Im mitunter auch grauen Alltag voller Abrechnungen, Startformulare und Fördermittelanträge stellte der Werfertag stets den Höhepunkt des Jahres dar. Viele Weltstars der Leichtathletik lernte sie dabei persönlich kennen. „Das waren die schönsten Erlebnisse“, sagt Petra Treppte, die ebenso den 25. Vereinsgeburtstag als unvergesslich bezeichnet. Dementsprechend hatte sich die 63-Jährige nun auf das Jubiläum anlässlich des 30-jährigen Bestehens gefreut. Es sollte zugleich ihr Abschied sein, fiel wegen Corona aber aus.
Und so ging das Mädchen für alles, wie es sonst auch immer agiert hatte: eher leise und fast unbemerkt. Immerhin kam bei der kleinen Party heraus, dass sie durchaus auch sportlich das Zeug für eine Karriere beim LV 90 gehabt hätte: „Ich war eine gute Crossläuferin, musste dann wegen einer Knieverletzung aber schon zeitig aufhören.“ Sie fand auf andere Weise in der Leichtathletik ihr Glück und kann sich nun auf den verdienten Ruhestand freuen. „Es war eine tolle Zeit, für die ich allen im Verein dankbar bin“, sagt Petra Treppte, die sich sicher ist, mit Bianca Maneck und Volkmar Gärtz gute Nachfolger gefunden zu haben.

U-20- und U-18-Landesmeisterschaft in Zittau vorzeitig abgebrochen

Was als einer der letzten Höhepunkte der Freiluftsaison geplant war, ist für viele sächsischen Leichtathleten zu einer Enttäuschung geworden. Ein Teil der U-20- und U-18-Landesmeisterschaften fiel sogar buchstäblich ins Wasser, da der Dauerregen in Zittau die Bedingungen zu gefährlich werden ließ. Nach drei Stunden wurden die Titelkämpfe daher abgebrochen. „Nach Ansicht der Veranstalter waren die Bedingungen irgendwann nicht mehr zumutbar“, berichtet Trainer Maik Werner. Einerseits sei dies vor allem für betroffene Athleten, aber auch für deren Eltern und Betreuer eine bittere Entscheidung gewesen. Die weite Anreise habe sich ebenso wenig gelohnt wie die lange Vorbereitung. Andererseits hatte unser Coach Verständnis für diesen Schritt. Schließlich sei die Verletzungsgefahr auf den nassen Anlagen deutlich gestiegen. Und auch für die durchgeweichten Kampfrichter sei die Situation bei einstelligen Temperaturen alles andere als angenehm gewesen.

Natürlich hatte die Witterung Einfluss auf die Leistungen. Top-Ergebnisse waren rar gesät. Da stellten die 21,07 Meter von Steven Richter im Kugelstoßen eine Ausnahme dar. Unser Wurf-Experte aus Gelenau sicherte sich damit ebenso den Titel wie im Diskuswurf (53,75 m). In beiden Fällen verwies er Michel Gröper auf Rang 3 sowie Jeremy Neubert auf Rang 4. In der U 20 stellte unser Verein mit Sascha Schmidt in diesen beiden Disziplinen den Vizemeister. Er hatte Weiten von 17,87 beziehungsweise 49,75 Metern vorzuweisen. Florian Schmidt folge dahinter. Während es mit der Kugel zu Bronze reichte, wurde es im Diskuswerfen Rang 4. Jeweils einen Platz dahinter landete Marc-Aurel Loibl. Für weitere Goldmedaillen sorgten Axel-Sven Gerlach (U 18/100 m) und Lucienne Schulz (U 20/Kugel). Auch Larissa Stiehler schaffte es aufs Treppchen, indem sie mit 37,67 Metern U-18-Vizemeisterin im Diskuswerfen wurde. In dieser Altersklasse schrammten Nela Herzog (4./100 m) und Helena Zietzsch (6./Kugel) am Treppchen vorbei. Immerhin durften sie sich aber in Zittau noch beweisen. Viele andere durften gar nicht erst antreten, obwohl die Vorfreude groß gewesen war.

Ergebnisse

Gute Ergebnisse in Mittweida erreicht

Für die U-16-Leichtathleten hat die Landesmeisterschaft gegen Ende der Freiluftsaison noch einmal einen Höhepunkt dargestellt. Dabei konnten unsere Vereinsvertreter fünf Titel erkämpfen. Als Lieblingsgerät erwies sich dabei der Speer, denn damit schafften gleich vier Starter den Sprung aufs Treppchen. Svenja Hübner (W 15) gewann mit 38,74 Metern ebenso Gold wie Pia Wetzel (W 14), die auf 34,33 Meter kam. Hinter ihr wurde Lara Böhm „nur“ Dritte. Sie durfte sich dafür im Kugelstoßen dank ihrer 12,28 Meter über den Sieg freuen. Und auch die anderen Mädels beließen es nicht bei einem Podestplatz. So gewann Pia Wetzel Bronze mit der Kugel, während Svenja Hübner im Hochsprung (1,60 m) sogar noch einen weiteren Titelgewinn feiern durfte. Als Meisterin im Dreisprung (11,08 m) und Dritte des Weitsprung-Wettbewerbs (5,26 m) schaffte es zudem Lennya Fuhrmann (W 15) zweimal aufs Podest.

Mit dritten Plätzen komplettierten Nora Richter (Diskus), Sandro Patrice Mittag (100 und 300 m), Malte Kramer (Speer) und die Sprint-Staffel der Mädchen die Medaillen-Sammlung des LV 90. „Mit der Ausbeute sind wir sehr zufrieden“, sagt Trainer Maik Werner. Dass speziell bei den Jungen nicht noch mehr Podestplätze heraussprangen, habe am Fehlen von Christopher Arnold (Trainingslager) und anderen Hoffnungsträgern gelegen. „Einige Sportler durften nicht starten, weil es an ihren Schulen Corona-Fälle gab“, erklärt unser Coach. Froh war er dagegen darüber, dass in Mittweida auch unsere U-12- und U-14-Athleten noch Wettkampfpraxis sammeln konnten. Und zwar im Fünfkampf, der für eine vielseitige Ausbildung sehr wichtig ist. „Sonst sucht man sich oft seine Schokoladendisziplin heraus, aber hier muss jeder in verschiedenen Disziplinen richtig beißen“, so Maik Werner. Da am Tag vor der U-16-Landesmeisterschaft ein solcher Wettkampf angeboten wurde, nutze unser Verein diese Chance – mit teils beachtlichen Ergebnissen…

Ergebnisse U 16

Ergebnisse Mehrkampf

 

 

Erzgebirgsauswahl erlebt tolle Tage bei den European Kids Athletic Games in Brünn

Jahrzehntelang hatte der Schüler-Ländervergleich mit Vertretungen aus Tschechien, Ungarn und der Slowakei einen internationalen Höhepunkt für die Erzgebirgsauswahl dargestellt. Da diese Tradition 2018 ein Ende fand, wurde eine neue Herausforderung für die hoffnungsvollsten Leichtathletik-Talente der Region gesucht. Fündig wurden die Verantwortlichen um Regionaltrainer Maik Werner im tschechischen Brno. Bei den dortigen European Kids Athletic Games hat nun zum zweiten Mal eine 35-köpfige Auswahl aus dem Erzgebirge um Medaillen gekämpft.

„Durch die vielen Corona-Beschränkungen nicht mit der Premiere im vergangenen Jahr zu vergleichen, aber trotzdem ein tolles Erlebnis“, berichtet Maik Werner. Zusammen mit den Trainern anderer Vereine hatte er ein Team berufen, zu dem U-14- und U-16-Vertreter vom LV 90 Erzgebirge, SV 1870 Großolbersdorf, TTL Ehrenfriedersdorf, TSV Elektronik Gornsdorf und von der WSG Schwarzenberg/Wildenau gehörten. Sie mussten zwar vielerorts Masken tragen, erlebten aber dennoch eine eindrucksvolle Eröffnungsfeier samt Feuershow. „Es war schon fast so wie bei den Olympischen Spielen“, sagt Maik Werner, der damit auch das internationale Flair während der Wettbewerbe meint. Schließlich waren 1100 Starter aus mehr als 20 Ländern am Start.

Auch wenn das Wettkampfprogramm von drei auf zwei Tage gestrafft worden war, so hatten laut Trainer alle jungen Erzgebirger im Nachbarland ihre Freude. Groß war der Jubel vor allem bei Lara Böhm, die im U-16-Kugelstoßen mit 11,72 Metern eine von zwei Goldmedaillen für die Auswahl erkämpfte. Zur anderen sprintete die männliche U-14-Staffel über viermal 60 Meter. Neben Felix Voigt, der auf dieser Distanz auch mit Einzel-Bronze glänzte, gehörten Lasse Platzer, Yannis Kolomaznik und Enzo Kieß zum erfolgreichen Quartett. Für die Mädchen-Staffel reichte es immerhin zu Platz 3 – ebenso wie für Felicitas Jähn, die mit dem Speer eine persönliche Bestweite (32,16 m) erreichte. Mit ihren zweiten Plätzen komplettierten in der U 16 Svenja Hübner (Speer/38,41 m) und Lennya Fuhrmann (Weitsprung/5,47 m) die Medaillensammlung.

Knapp vorbei am Podest schrammte Rosalie Weber, die in einem dramatischen Weitsprung-Finale den gleichen Wert (5,39 m) wie die Drittplatzierte erzielte. Sie wurde in der Sandgrube ebenso Vierte wie die Gornsdorferin Lucy Queck, die in der U 14 so weit sprang wie nie zuvor (4,90 m). Maik Werner, der aus den Ehrenfriedersdorfer Reihen Marie Stopp für ihren achten Platz über 800 Meter lobte, war generell zufrieden: „Am Ende standen viele persönliche Bestleistungen zu Buche.“ Dass die jungen Sportler gerade im Wettkampfstress stecken, habe sich kaum bemerkbar gemacht. Erst einen Tag zuvor hatten die U-14-Sportler die Landesmeisterschaft in Mülsen zu absolvieren, kurz nach der Rückkehr wartete das Mitteldeutsche Nachwuchs-Meeting in Freiberg. Und nun geht es gleich mit den sächsischen U-16-Titelkämpfen in Mittweida weiter.

 

Kugel des U-18-Athleten fliegt 15 Zentimeter weiter als die von David Storl zu jener Zeit

Den deutschen U-18-Rekord hatte sich Steven Richter bereits im August mit 65,95 Metern gesichert. Nun machte unser Wurf-Experte den Doppelpack perfekt und knackte auch mit der Kugel eine historische Bestmarke. Den bisherigen Bestwert (21,40 m), aufgestellt vom zweimaligen Weltmeister David Storl vor 13 Jahren, übertraf Steven beim Sportfest in Regis-Breitingen um 15 Zentimeter. Damit ist der Gelenauer erst der fünfte deutsche U-18-Athlet, der seit der Jahrtausenwende die 21-Meter-Marke übertreffen konnte. Und dabei ragt er sogar noch heraus, denn er ist der erste, dem dies mit der Drehstoßtechnik gelang.  Laut Trainer Christian Sperling hatte sich diese Entwicklung bereits angedeutet, da auch andere Versuche zuvor – die Steven allerdings nicht halten konnte – in diese Dimensionen vorgedrungen waren. Obwohl nun ehrgeizig weiter an Technik und Kraft gefeilt wird, beschwichtigt der Trainer: „Wir müssen entspannt bleiben.“ Allen sei bewusst, dass es bis in die Weltspitze noch ein weiter Weg ist.

Medaille in der Teamwertung nur knapp verpasst

Mit 65 Starterinnen ist die Konkurrenz bei der Deutschen U-16-Meisterschaft im Mehrkampf so groß wie selten zuvor gewesen. „Das war eine exorbitante Beteiligung. So etwas habe ich zuvor noch nie erlebt“, sagt unser Trainer Maik Werner, der in Halle/Saale selbst drei Schützlinge betreute. Und die Mädels schluge sich achtbar: Als Vierte der Mannschaftswertung verpassten sie eine Medaille in diesem hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld nur knapp. Und es wäre sogar noch mehr drin gewesen, wie Maik Werner hinterher fand. „Leider haben es die Mädels diesmal nicht geschafft, das Optimum herauszuholen“, lautete sein Fazit. Der im Vorfeld angestrebte Bronzerang war also durchaus greifbar.

Bei allen drei W-15-Starterinnen war noch etwas Luft nach oben. Svenja Hübner (16.) mit ihren 3569 Punkten, Rosalie Weber (18./3558) und Lennya Fuhrmann (28./3420) kamen daher nicht über Mittelfeld-Platzierungen hinaus. An ihr Limit kamen die Mädels eher selten. So stellten die 1,49 Meter von Rosalie Weber im Hochsprung die einzige persönliche Bestleistung dar. „Ganz in Ordnung waren neben den Zeiten im Hürdenlauf noch die Weiten im Speerwerfen“, berichtet Maik Werner. Doch selbst in ihrer Paradedisziplin musste beispielsweise Svenja Hübner mit 36,91 Metern fünf Konkurrentinnen den Vortritt lassen.

Warum es bei den Titelkämpfen nicht wirklich nach Wunsch lief, weiß unser Trainer nicht genau. Am Wetter habe es nicht gelegen, da es an der Saale – im Gegensatz zum Erzgebirge – stets trocken blieb und auch angenehme Temperaturen herrschten. Auch eine außergewöhnliche Nervosität nahm der Coach bei seinen Schützlingen nicht wahr: „Die Mädels haben sich normal erwärmt wie immer. An der Einstellung hat es nicht gelegen.“ Womöglich wurde aber während der Wettbewerbe dann doch die Bedeutung des Wettkampfes zu einem mentalen Faktor. „Da sowohl die Deutschen U-16-Meisterschaften im Block-Mehrkampf als auch die in den einzelnen Disziplinen abgesagt wurden, war dies die einzige Möglichkeit in dieser Altersklasse, sich auf nationaler Ebene zu beweisen“, erklärt Maik Werner.

Auswirkungen der Corona-Pandemie waren aber natürlich auch zu spüren. Sportler und Trainer mussten zeitweise Masken tragen – zum Beispiel bei der Abgabe von Formularen oder Sportgeräten. Im Eingangsbereich wurde Fieber gemessen. Und auch im Wettkampf selbst griff das Hygienekonzept, indem unter anderem die Hochsprunglatte nach jedem gerissenen Versuch desinfiziert wurde. Laut Maik Werner stellte dies aber keinerlei Belastung dar. Stattdessen dankte er dem gastgebenden SV Halle für einen „toll organisierten Wettkampf“. Und auch im Fall der eigenen Schützlinge hatte unser LV-90-Trainer am Ende eher positive Worte parat: „Die Mädels haben sich durchgekämpft, auch wenn es nicht zur Medaille gereicht hat.“

Ergebnisse

U-14-Starter überzeugen bei Landesmeisterschaft in Mülsen

Mit acht Medaillen unsere Starter von der U-14-Landesmeisterschaft in Mülsen zurückgekehrt. Damit fiel die Ausbeute etwas besser aus als erwartet. „Die Wettbewerbe waren sehr stark besetzt. Außerdem hat es fast ständig geregnet“, beschreibt Trainer Rolf Kohlmann die schwierigen Bedingungen vor Ort. Allerdings kamen unsere Talente damit gut zurecht. Allen voran Max Luis Lindner (M 12), der über 800 Meter einen Start-Ziel-Sieg feierte. Mit einer persönlichen Bestzeit von 2:25,48 Minuten gewann er einen von vier LV-90-Titeln.

In der AK 12 stand mit Angelina Fischer auch ein Mädchen unseres Vereins ganz oben. Die Gelenauerin gewann den Ballwurf mit 49,50 Metern. Ausschlaggebend für die beiden Goldmedaillen in der AK 13 war in erster Linie das Sprintvermögen, denn sowohl Felix Voigt (9,68 s) als auch Leonie Schürer (9,95 s) hatten über 75 Meter die Nase vorn. Ganz knapp ging es dabei im Finale der Mädchen zu, denn Leony und eine Sportlerin des SC DHfK Leipzig überquerten in einem Foto-Finish fast zeitgleich die Ziellinie. Die Auswertung ergab letztlich, dass ein Vorsprung von drei Hundertstelsekunden vorlag.

Ein hohes Tempo gingen zudem die beiden 75-Meter-Staffeln aus dem Erzgebirge. Während bei den Jungen Cedric Schmidt, Lasse Platzer, Enzo Kieß und Felix Voigt in 39,91 Sekunden zu Bronze liefen, waren die ebenfalls drittplatzierten Mädchen in der Besetzung Emilia Aurich, Leony Schürer, Marie Bannier und Lotta Beer noch schneller (39,47 s). In dieser Besetzung knackten sie erstmals die 40-Sekunden-Marke. Überhaupt war das einer Mädchen-Staffel unseres Vereins nur ganz selten gelungen. Rolf Kohlmann schlug sogar nach, um herauszufinden, ob es sich um einen Vereinsrekord handelte. Doch dazu fehlten ganze zwei Hundertstel.

Vor allem Emilia Aurich dürfte sich darüber aber kaum geärgert haben. Schließlich erkämpfte sie mit 1,41 Metern auch noch Silber im Hochsprung, obwohl der Zeitdruck vor dem Sprint enorm war und sie sogar vorzeitig aussteigen musste. Dazu kamen noch der dritte Platz von Theresa Kramer im Speerwurf (29,38 m) sowie zahlreiche weitere starke Leistungen.

Ergebnisse

 

Steven Richter dominiert Deutsche Jugend-Meisterschaften in Heilbronn

Die diesjährigen Deutschen Jugend-Meisterschaften werden unsere Leichtathleten wohl noch lange in Erinnerung behalten – unter anderem wegen des straffen Hygiene- Konzepts. Laut Sven Lang sei spürbar gewesen, dass die Corona-Fallzahlen am Austragungsort in Heilbronn gerade steigen. „Es herrschte zum Beispiel eine äußerst strenge Maskenpflicht. Wir Trainer mussten sie ständig tragen, die Athleten auch, sofern sie nicht gerade im Einsatz waren“, berichtet unser Coach, der aber in erster Linie aus sportlichen Gründen immer gern an diesen Wettkampf zurückdenken wird.

Nie zuvor hat ein LV-90-Athlet nationalen Titelkämpfen so seinen Stempel aufgedrückt, wie dies Steven Richter in Heilbronn gelungen ist. „Er war der erfolgreichste Teilnehmer der Meisterschaft“, sagt Sven Lang über den Schützling von Christian Sperling, der seinen positiven Trend der letzten Monate fortsetzte. Der U-18-Weitenjäger, der auch in den Weltbestenlisten weit vorn zu finden ist, stellte einmal mehr seine Wurfkraft unter Beweis. So triumphierte Steven nicht nur im Kugelstoßen (20,55 m), sondern mit starken 64,56 Metern auch im Diskuswerfen. „Und das, obwohl die Wettbewerbe kurz nacheinander stattfanden. So ein Zeitplan macht es den Athleten nicht leicht“, betont Sven Lang, der dem 17-jährigen Gelenauer auch bei der U-18-Europameisterschaft in Italien viel zugetraut hätte. Da diese jedoch der Corona-Pandemie zum Opfer fiel, habe die Jugend-DM für Steven den diesjährigen Saisonhöhepunkt dargestellt. Noch folgen zwar einige Wettkämpfe wie die Landesmeisterschaft Ende September. Aber die wird Steven bereits aus dem Aufbautraining heraus bestreiten, denn der Blick ist auf die Zukunft gerichtet. Und die hält im kommenden Jahr die U-20-Weltmeisterschaft bereit.

Auch für sieben weitere LV-90-Starter stand in Heilbronn der wichtigste Wettkampf dieses Sommers an – und auch sie überzeugten. „Fünf weitere Endkampfplatzierungen und zahlreiche persönliche Bestleistungen – das kann sich sehen lassen“, bilanziert Sven Lang. Weiter als je zuvor warf beispielsweise Florian Schmidt (U 20), der mit Kugel (5./18,01 m) und Diskus (6./53,26 m) vorn dabei war. Noch drei Zentimeter weiter war die Scheibe von Sascha Schmidt geflogen, der damit Fünfter wurde. Im Kugelstoßen hatte es auch Marc-Aurel Loibl (7./17,46 m) ins Finale geschafft. Über einen guten sechsten Platz freute sich in der U 18 Diskus-Spezialistin Larissa Stiehler, die auf 42,17 Meter kam. In der gleichen Disziplin erreichten Rick Schlömilch (9./49,27 m) und Michel Gröper (10./48,42 m) die Top Ten. Dagegen war der Wettkampf für Axel-Sven Gerlach vorzeitig beendet. Ein vor wenigen Wochen zugezogener Muskelfaserriss brach in seinem Vorlauf über 400 Meter wieder auf. „Schade, denn auch er hätte sonst gute Chancen gehabt“, findet Sven Lang.

Dominik Lewin triumphiert bei Deutscher Meisterschaft in Zella-Mehlis

Im Rahmen der Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften der Senioren in Zella-Mehlis sind auch die nationalen Titelkämpfe im Gewichtswurf ausgetragen worden. Mit Dominik Lewin war auch ein Vertreter des LV 90 Erzgebirge mit dabei – und der M-40-Starter sicherte sich in seiner Altersklasse den Sieg. Im zweiten Versuch brachte er es mit dem Kurzhammer auf 13,27 Meter, die bis zum Ende als Bestwert hielten. Zwar wurde es im sechsten und letzten Durchgang noch einmal spannend, als Tobias Dockhorn (RKV Athletics Bebra) sein Wurfgerät weit fliegen ließ. Doch Aufatmen war angesagt, als die Kampfrichter eine Weite von 13,15 Metern verkündeten. Auch die anderen vier Konkurrenten kamen nicht mehr heran. Bei der Premiere des Gewichtswurfs als DM-Disziplin hatten sich insgesamt 81 Sportler in die Teilnehmerlisten eingetragen.