Erzgebirgsauswahl erlebt tolle Tage bei den European Kids Athletic Games in Brünn

Jahrzehntelang hatte der Schüler-Ländervergleich mit Vertretungen aus Tschechien, Ungarn und der Slowakei einen internationalen Höhepunkt für die Erzgebirgsauswahl dargestellt. Da diese Tradition 2018 ein Ende fand, wurde eine neue Herausforderung für die hoffnungsvollsten Leichtathletik-Talente der Region gesucht. Fündig wurden die Verantwortlichen um Regionaltrainer Maik Werner im tschechischen Brno. Bei den dortigen European Kids Athletic Games hat nun zum zweiten Mal eine 35-köpfige Auswahl aus dem Erzgebirge um Medaillen gekämpft.

„Durch die vielen Corona-Beschränkungen nicht mit der Premiere im vergangenen Jahr zu vergleichen, aber trotzdem ein tolles Erlebnis“, berichtet Maik Werner. Zusammen mit den Trainern anderer Vereine hatte er ein Team berufen, zu dem U-14- und U-16-Vertreter vom LV 90 Erzgebirge, SV 1870 Großolbersdorf, TTL Ehrenfriedersdorf, TSV Elektronik Gornsdorf und von der WSG Schwarzenberg/Wildenau gehörten. Sie mussten zwar vielerorts Masken tragen, erlebten aber dennoch eine eindrucksvolle Eröffnungsfeier samt Feuershow. „Es war schon fast so wie bei den Olympischen Spielen“, sagt Maik Werner, der damit auch das internationale Flair während der Wettbewerbe meint. Schließlich waren 1100 Starter aus mehr als 20 Ländern am Start.

Auch wenn das Wettkampfprogramm von drei auf zwei Tage gestrafft worden war, so hatten laut Trainer alle jungen Erzgebirger im Nachbarland ihre Freude. Groß war der Jubel vor allem bei Lara Böhm, die im U-16-Kugelstoßen mit 11,72 Metern eine von zwei Goldmedaillen für die Auswahl erkämpfte. Zur anderen sprintete die männliche U-14-Staffel über viermal 60 Meter. Neben Felix Voigt, der auf dieser Distanz auch mit Einzel-Bronze glänzte, gehörten Lasse Platzer, Yannis Kolomaznik und Enzo Kieß zum erfolgreichen Quartett. Für die Mädchen-Staffel reichte es immerhin zu Platz 3 – ebenso wie für Felicitas Jähn, die mit dem Speer eine persönliche Bestweite (32,16 m) erreichte. Mit ihren zweiten Plätzen komplettierten in der U 16 Svenja Hübner (Speer/38,41 m) und Lennya Fuhrmann (Weitsprung/5,47 m) die Medaillensammlung.

Knapp vorbei am Podest schrammte Rosalie Weber, die in einem dramatischen Weitsprung-Finale den gleichen Wert (5,39 m) wie die Drittplatzierte erzielte. Sie wurde in der Sandgrube ebenso Vierte wie die Gornsdorferin Lucy Queck, die in der U 14 so weit sprang wie nie zuvor (4,90 m). Maik Werner, der aus den Ehrenfriedersdorfer Reihen Marie Stopp für ihren achten Platz über 800 Meter lobte, war generell zufrieden: „Am Ende standen viele persönliche Bestleistungen zu Buche.“ Dass die jungen Sportler gerade im Wettkampfstress stecken, habe sich kaum bemerkbar gemacht. Erst einen Tag zuvor hatten die U-14-Sportler die Landesmeisterschaft in Mülsen zu absolvieren, kurz nach der Rückkehr wartete das Mitteldeutsche Nachwuchs-Meeting in Freiberg. Und nun geht es gleich mit den sächsischen U-16-Titelkämpfen in Mittweida weiter.

 

 

Kugel des U-18-Athleten fliegt 15 Zentimeter weiter als die von David Storl zu jener Zeit

Den deutschen U-18-Rekord hatte sich Steven Richter bereits im August mit 65,95 Metern gesichert. Nun machte unser Wurf-Experte den Doppelpack perfekt und knackte auch mit der Kugel eine historische Bestmarke. Den bisherigen Bestwert (21,40 m), aufgestellt vom zweimaligen Weltmeister David Storl vor 13 Jahren, übertraf Steven beim Sportfest in Regis-Breitingen um 15 Zentimeter. Damit ist der Gelenauer erst der fünfte deutsche U-18-Athlet, der seit der Jahrtausenwende die 21-Meter-Marke übertreffen konnte. Und dabei ragt er sogar noch heraus, denn er ist der erste, dem dies mit der Drehstoßtechnik gelang.  Laut Trainer Christian Sperling hatte sich diese Entwicklung bereits angedeutet, da auch andere Versuche zuvor – die Steven allerdings nicht halten konnte – in diese Dimensionen vorgedrungen waren. Obwohl nun ehrgeizig weiter an Technik und Kraft gefeilt wird, beschwichtigt der Trainer: „Wir müssen entspannt bleiben.“ Allen sei bewusst, dass es bis in die Weltspitze noch ein weiter Weg ist.

Medaille in der Teamwertung nur knapp verpasst

Mit 65 Starterinnen ist die Konkurrenz bei der Deutschen U-16-Meisterschaft im Mehrkampf so groß wie selten zuvor gewesen. „Das war eine exorbitante Beteiligung. So etwas habe ich zuvor noch nie erlebt“, sagt unser Trainer Maik Werner, der in Halle/Saale selbst drei Schützlinge betreute. Und die Mädels schluge sich achtbar: Als Vierte der Mannschaftswertung verpassten sie eine Medaille in diesem hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld nur knapp. Und es wäre sogar noch mehr drin gewesen, wie Maik Werner hinterher fand. „Leider haben es die Mädels diesmal nicht geschafft, das Optimum herauszuholen“, lautete sein Fazit. Der im Vorfeld angestrebte Bronzerang war also durchaus greifbar.

Bei allen drei W-15-Starterinnen war noch etwas Luft nach oben. Svenja Hübner (16.) mit ihren 3569 Punkten, Rosalie Weber (18./3558) und Lennya Fuhrmann (28./3420) kamen daher nicht über Mittelfeld-Platzierungen hinaus. An ihr Limit kamen die Mädels eher selten. So stellten die 1,49 Meter von Rosalie Weber im Hochsprung die einzige persönliche Bestleistung dar. „Ganz in Ordnung waren neben den Zeiten im Hürdenlauf noch die Weiten im Speerwerfen“, berichtet Maik Werner. Doch selbst in ihrer Paradedisziplin musste beispielsweise Svenja Hübner mit 36,91 Metern fünf Konkurrentinnen den Vortritt lassen.

Warum es bei den Titelkämpfen nicht wirklich nach Wunsch lief, weiß unser Trainer nicht genau. Am Wetter habe es nicht gelegen, da es an der Saale – im Gegensatz zum Erzgebirge – stets trocken blieb und auch angenehme Temperaturen herrschten. Auch eine außergewöhnliche Nervosität nahm der Coach bei seinen Schützlingen nicht wahr: „Die Mädels haben sich normal erwärmt wie immer. An der Einstellung hat es nicht gelegen.“ Womöglich wurde aber während der Wettbewerbe dann doch die Bedeutung des Wettkampfes zu einem mentalen Faktor. „Da sowohl die Deutschen U-16-Meisterschaften im Block-Mehrkampf als auch die in den einzelnen Disziplinen abgesagt wurden, war dies die einzige Möglichkeit in dieser Altersklasse, sich auf nationaler Ebene zu beweisen“, erklärt Maik Werner.

Auswirkungen der Corona-Pandemie waren aber natürlich auch zu spüren. Sportler und Trainer mussten zeitweise Masken tragen – zum Beispiel bei der Abgabe von Formularen oder Sportgeräten. Im Eingangsbereich wurde Fieber gemessen. Und auch im Wettkampf selbst griff das Hygienekonzept, indem unter anderem die Hochsprunglatte nach jedem gerissenen Versuch desinfiziert wurde. Laut Maik Werner stellte dies aber keinerlei Belastung dar. Stattdessen dankte er dem gastgebenden SV Halle für einen „toll organisierten Wettkampf“. Und auch im Fall der eigenen Schützlinge hatte unser LV-90-Trainer am Ende eher positive Worte parat: „Die Mädels haben sich durchgekämpft, auch wenn es nicht zur Medaille gereicht hat.“

Ergebnisse

U-14-Starter überzeugen bei Landesmeisterschaft in Mülsen

Mit acht Medaillen unsere Starter von der U-14-Landesmeisterschaft in Mülsen zurückgekehrt. Damit fiel die Ausbeute etwas besser aus als erwartet. „Die Wettbewerbe waren sehr stark besetzt. Außerdem hat es fast ständig geregnet“, beschreibt Trainer Rolf Kohlmann die schwierigen Bedingungen vor Ort. Allerdings kamen unsere Talente damit gut zurecht. Allen voran Max Luis Lindner (M 12), der über 800 Meter einen Start-Ziel-Sieg feierte. Mit einer persönlichen Bestzeit von 2:25,48 Minuten gewann er einen von vier LV-90-Titeln.

In der AK 12 stand mit Angelina Fischer auch ein Mädchen unseres Vereins ganz oben. Die Gelenauerin gewann den Ballwurf mit 49,50 Metern. Ausschlaggebend für die beiden Goldmedaillen in der AK 13 war in erster Linie das Sprintvermögen, denn sowohl Felix Voigt (9,68 s) als auch Leonie Schürer (9,95 s) hatten über 75 Meter die Nase vorn. Ganz knapp ging es dabei im Finale der Mädchen zu, denn Leony und eine Sportlerin des SC DHfK Leipzig überquerten in einem Foto-Finish fast zeitgleich die Ziellinie. Die Auswertung ergab letztlich, dass ein Vorsprung von drei Hundertstelsekunden vorlag.

Ein hohes Tempo gingen zudem die beiden 75-Meter-Staffeln aus dem Erzgebirge. Während bei den Jungen Cedric Schmidt, Lasse Platzer, Enzo Kieß und Felix Voigt in 39,91 Sekunden zu Bronze liefen, waren die ebenfalls drittplatzierten Mädchen in der Besetzung Emilia Aurich, Leony Schürer, Marie Bannier und Lotta Beer noch schneller (39,47 s). In dieser Besetzung knackten sie erstmals die 40-Sekunden-Marke. Überhaupt war das einer Mädchen-Staffel unseres Vereins nur ganz selten gelungen. Rolf Kohlmann schlug sogar nach, um herauszufinden, ob es sich um einen Vereinsrekord handelte. Doch dazu fehlten ganze zwei Hundertstel.

Vor allem Emilia Aurich dürfte sich darüber aber kaum geärgert haben. Schließlich erkämpfte sie mit 1,41 Metern auch noch Silber im Hochsprung, obwohl der Zeitdruck vor dem Sprint enorm war und sie sogar vorzeitig aussteigen musste. Dazu kamen noch der dritte Platz von Theresa Kramer im Speerwurf (29,38 m) sowie zahlreiche weitere starke Leistungen.

Ergebnisse

 

Steven Richter dominiert Deutsche Jugend-Meisterschaften in Heilbronn

Die diesjährigen Deutschen Jugend-Meisterschaften werden unsere Leichtathleten wohl noch lange in Erinnerung behalten – unter anderem wegen des straffen Hygiene- Konzepts. Laut Sven Lang sei spürbar gewesen, dass die Corona-Fallzahlen am Austragungsort in Heilbronn gerade steigen. „Es herrschte zum Beispiel eine äußerst strenge Maskenpflicht. Wir Trainer mussten sie ständig tragen, die Athleten auch, sofern sie nicht gerade im Einsatz waren“, berichtet unser Coach, der aber in erster Linie aus sportlichen Gründen immer gern an diesen Wettkampf zurückdenken wird.

Nie zuvor hat ein LV-90-Athlet nationalen Titelkämpfen so seinen Stempel aufgedrückt, wie dies Steven Richter in Heilbronn gelungen ist. „Er war der erfolgreichste Teilnehmer der Meisterschaft“, sagt Sven Lang über den Schützling von Christian Sperling, der seinen positiven Trend der letzten Monate fortsetzte. Der U-18-Weitenjäger, der auch in den Weltbestenlisten weit vorn zu finden ist, stellte einmal mehr seine Wurfkraft unter Beweis. So triumphierte Steven nicht nur im Kugelstoßen (20,55 m), sondern mit starken 64,56 Metern auch im Diskuswerfen. „Und das, obwohl die Wettbewerbe kurz nacheinander stattfanden. So ein Zeitplan macht es den Athleten nicht leicht“, betont Sven Lang, der dem 17-jährigen Gelenauer auch bei der U-18-Europameisterschaft in Italien viel zugetraut hätte. Da diese jedoch der Corona-Pandemie zum Opfer fiel, habe die Jugend-DM für Steven den diesjährigen Saisonhöhepunkt dargestellt. Noch folgen zwar einige Wettkämpfe wie die Landesmeisterschaft Ende September. Aber die wird Steven bereits aus dem Aufbautraining heraus bestreiten, denn der Blick ist auf die Zukunft gerichtet. Und die hält im kommenden Jahr die U-20-Weltmeisterschaft bereit.

Auch für sieben weitere LV-90-Starter stand in Heilbronn der wichtigste Wettkampf dieses Sommers an – und auch sie überzeugten. „Fünf weitere Endkampfplatzierungen und zahlreiche persönliche Bestleistungen – das kann sich sehen lassen“, bilanziert Sven Lang. Weiter als je zuvor warf beispielsweise Florian Schmidt (U 20), der mit Kugel (5./18,01 m) und Diskus (6./53,26 m) vorn dabei war. Noch drei Zentimeter weiter war die Scheibe von Sascha Schmidt geflogen, der damit Fünfter wurde. Im Kugelstoßen hatte es auch Marc-Aurel Loibl (7./17,46 m) ins Finale geschafft. Über einen guten sechsten Platz freute sich in der U 18 Diskus-Spezialistin Larissa Stiehler, die auf 42,17 Meter kam. In der gleichen Disziplin erreichten Rick Schlömilch (9./49,27 m) und Michel Gröper (10./48,42 m) die Top Ten. Dagegen war der Wettkampf für Axel-Sven Gerlach vorzeitig beendet. Ein vor wenigen Wochen zugezogener Muskelfaserriss brach in seinem Vorlauf über 400 Meter wieder auf. „Schade, denn auch er hätte sonst gute Chancen gehabt“, findet Sven Lang.

Dominik Lewin triumphiert bei Deutscher Meisterschaft in Zella-Mehlis

Im Rahmen der Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften der Senioren in Zella-Mehlis sind auch die nationalen Titelkämpfe im Gewichtswurf ausgetragen worden. Mit Dominik Lewin war auch ein Vertreter des LV 90 Erzgebirge mit dabei – und der M-40-Starter sicherte sich in seiner Altersklasse den Sieg. Im zweiten Versuch brachte er es mit dem Kurzhammer auf 13,27 Meter, die bis zum Ende als Bestwert hielten. Zwar wurde es im sechsten und letzten Durchgang noch einmal spannend, als Tobias Dockhorn (RKV Athletics Bebra) sein Wurfgerät weit fliegen ließ. Doch Aufatmen war angesagt, als die Kampfrichter eine Weite von 13,15 Metern verkündeten. Auch die anderen vier Konkurrenten kamen nicht mehr heran. Bei der Premiere des Gewichtswurfs als DM-Disziplin hatten sich insgesamt 81 Sportler in die Teilnehmerlisten eingetragen.

Wettkampf erweist sich als Saisonhöhepunkt, Generalprobe und Abschied

So schwierig der starke Niederschlag die Bedingungen auch machte: Die Entscheidung, das Erzgebirgsmeeting als Einstimmung auf den anschließenden Thumer Werfertag auszurichten, haben wir nicht bereut. „Spitzenleistungen waren bei dieser Witterung natürlich nicht zu erwarten. Aber wir haben von den Sportlern und Trainern trotzdem viel Lob erhalten“, sagt Mitorganisator Sven Lang, der am verregneten Vormittag gut 100 Jugend-Starter aus fünf Bundesländern begrüßen konnte. Auch wenn sie in klitschnasser Kleidung auf die Zähne beißen mussten, so war in vielen Gesichtern hinterher dennoch ein Strahlen zu erkennen. „So ein Wettkampf ist dieser schwierigen Zeit ja keine Selbstverständlichkeit“, betont Sven Lang.

Auf die Motivation hatte die Witterung keinen Einfluss, denn für die Sportler stellte das Meeting eine besondere Herausforderung dar. Für diejenigen, deren nationalen Titelkämpfe coronabedingt abgesagt wurden, war es sogar der Höhepunkt der Freiluftsaison – so wie beispielsweise für Lokalmatador Sandro-Patrice Mittag. Da die Deutschen U-16-Meisterschaften in den einzelnen Disziplinen aus dem Terminkalender gestrichen wurden, bietet sich ihm in diesem Sommer keine nationale Bühne. Stattdessen nutzte unser U-16-Athlet die heimische Tartanbahn, auch wenn sie mit kleinen Pfützen übersät war, um in 37,97 Sekunden über 300 Meter zu triumphieren. „Angesichts dieser Bedingungen eine fabelhafte Zeit“, zeigte sich auch Sven Lang beeindruckt.

Im Fall dreier U-16-Mädchen unseres LV 90 diente das Erzgebirgsmeeting als willkommene Standortbestimmung. Gemeint sind Lennya Fuhrmann, Svenja Hübner und Rosalie Weber, die das Glück hatten, dass an der Austragung der Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften festgehalten wurde. Sieben Disziplinen muss das Trio – wie die gesamte Konkurrenz – am kommenden Wochenende in Halle absolvieren. Und dass die Erzgebirgerinnen für diese Herausforderung gut gerüstet sind, bewies in Thum vor allem Lennya Fuhrmann. Sowohl im Weitsprung (5,12 m) als auch im Speerwerfen (31,70 m) präsentierte sie sich in guter Form. Für ein weiteres Top-Resultat im Wurfbereich sorgte Larissa Stiehler, die mit 41,08 Metern Zweite im Diskuswerfen wurde.

Schön dürfte auch das Gefühl gewesen sein, Seite an Seite mit Spitzenathleten wie Christin Hussong oder David Storl im Stadion zu stehen, denn das Erzgebirgsmeeting und der Werfertag gingen fließend ineinander über. Dem frisch gebackenen deutschen U-18-Rekordhalter im Diskuswerfen, Steven Richter, wurde sogar die Ehre zuteil, gemeinsam mit der Elite in den Ring zu gehen. „Schon ein geiles Gefühl, aber ich hatte natürlich den leichteren Diskus“, erklärt der Gelenauer mit einem Lächeln, warum er mit seinen 61,60 Metern sogar lange Zeit besser war als der deutsche Männer-Meister Clemens Prüfer.

Auch LV-90-Kollege Korbinian Häßler (57,67 m) kam nicht ganz so weit, ließ aber als jüngster Werfer mit dem 2 Kilo schweren Männer-Diskus sogar den Norweger Sven Martin Skagestad hinter sich. „Für Korbi war es vorerst der letzte Wettkampf. Ab 1. September absolviert er seine Grundausbildung bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr“, erklärt Sven Lang, der das Erzgebirgsmeeting wie auch den Werfertag nächstes Jahr in gewohnter Form – also getrennt voneinander – austragen will. Dann soll es wieder zwei Wettkampf-Höhepunkte bei uns daheim im Erzgebirge geben.

Ergebnisse

Schwierige Bedingungen halten Starter nicht von guten Leistungen ab
Dauerregen hat beim 17. Internationalen Thumer Werfertag zunächst für schwierige Bedingungen gesorgt. „Morgens hat es beim Aufbauen sogar gewittert“, berichtet Sven Lang. Nachdem das Thermometer tags zuvor noch über 30 Grad angezeigt hatte, war es jetzt gerade mal halb so warm. Vor allem aber machte der Regen allen zu schaffen. Nicht wegen der Bemühungen des Vereins machte sich Sven Lang Sorgen. „Mir tun eher die Sportler leid, die endlich mal wieder vor Publikum antreten durften“, so der Bundestrainer der Kugelstoßer. Vor allem die Nachwuchsathleten, die bereits am Vormittag ran mussten, hatten es auf der nassen Tartanbahn dann auch schwer. Als nach dem Mittag dann so langsam die Spitzen-Athleten aus fünf Nationen zu den Wurfgeräten griffen, zogen weiterhin erst noch einige dunkle Regenwolken übers Stadion. Doch im Laufe des ersten großen Wettbewerbs zog es dann auf.
DM-Gewinner dominieren erneut
„Die ersten drei Versuche waren noch richtig anstrengend. Aber je länger der Wettkampf dauerte, desto besser wurde es“, sagt Clemens Prüfer. Seine Einschätzung belegte der Diskus-Experte vom SC Potsdam mit Taten, denn die Siegerweite von 61,89 Metern erreichte er erst im letzten Durchgang. Damit konnte Prüfer den LV-90-Lokalmatadoren Korbinian Häßler (57,67 m) sowie Sven Martin Skagestad (57,43 m) aus Norwegen auf die Plätze 2 und 3 verweisen. Bei den Damen setzte sich die deutsche Meisterin Kristin Pudenz, wie Prüfer für den SC Potsdam startend, mit 60,67 Metern vor Marike Steinacker (TSV Bayer Leverkusen/59,14 m) und Julia Ritter (TV Wattenscheid/54,97 m) durch. Für sie gaben die Helfer alles. So wurde der Ring nicht nur mit Handtüchern getrocknet, auch ein Laubbläser und ein Gasbrenner kamen zum Einsatz.
Fans sorgen für Stimmung
Im Speerwerfen der Frauen wurde Christin Hussong ihrer Favoritenrolle gerecht. Wie den anderen Athleten machte das Wetter auch ihr nichts aus. „Wir sind froh, dass überhaupt ein paar Leute dabei sind, wenn wir antreten“, sagte die Siegerin vom LAZ Zweibrücken. An ihre 61,15 Meter kamen die beiden Leipzigerinnen Christine Winkler (59,01 m) und Lea Wipper (57,03 m) nicht heran. Auch wenn in Thum über den Tag verteilt nur rund 300 Zuschauer dem nassen Wetter trotzten, so freute sich auch David Storl (SC DHfK Leipzig) über die Kulisse. „Die Stimmung hat extrem gefehlt“, so der Kugelstoßer, der mit 20,80 Metern am Ende bei Sonnenschein nicht zu schlagen war. Da konnten Tsanko Arnaudov (20,38 m) aus Portugal vor der Norweger Marcus Thomsen (20,26 m) nicht ganz mithalten. Auch bei den Frauen ging es im Kugelstoßring international zu. Den Sieg sicherte sich dabei Auriol Dongmo aus Portugal, die mit 18,85 Metern die Schwedin Fanny Roos (18,27 m) sowie Julia Ritter (17,87 m) vom TV Wattenscheid hinter sich ließ.

Vor allem U-18-Athlet Steven Richter freut sich auf den 17. Thumer Werfertag

Sicherlich ist vieles anders im Vergleich zu sonst: Statt Freitagabend geht es diesmal Samstagnachmittag auf Weitenjagd. Und auch das Publikum wird kleiner sein als bei den bisherigen Auflagen. Doch auch der 17. Internationale Thumer Werfertag, der diesen Samstag (22. August) 14 Uhr beginnt, verspricht Leichtathletik auf hohem Niveau. Schließlich sind trotz Corona fünf europäische Nationen im Stadion an der Wiesenstraße vertreten. Dazu kommen elf Medaillengewinner der diesjährigen Deutschen Meisterschaft – darunter die Titelträger David Storl (Kugel), Clemens Prüfer (Diskus), Kristin Pudenz (Diskus) und Christin Hussong (Speer). Für Zuschauer, die ab 12.30 Uhr noch Restkarten am Stadion erwerben können, lohnt sich das Kommen also auf jeden Fall.

Zum hohen Niveau wollen bereits die Jugend-Vertreter sorgen, die zum Auftakt zu den Wurfgeräten greifen. In der U 18 richten sich die Blicke dabei vor allem auf einen jungen Sportler, der gerade einen nationalen Rekord aufgestellt hat: Steven Richter. Beim Meeting in Halle warf er den Diskus weiter als jeder andere deutsche U-18-Athlet zuvor. Erst nach 65,95 Metern berührte die Scheibe wieder den Boden. Nun will der LV-90-Hüne aus Gelenau bei seinem „Heimspiel“ an diese Leistung anknüpfen. Ähnlich wie Korbinian Häßler, der bei der U-23-Werfergala in Halle Silber mit dem Diskus gewann. In seiner Altersklasse hatte dieser Wettkampf quasi die inoffizielle Deutsche Meisterschaft dargestellt.

Los geht es am kommenden Samstag schon 10 Uhr in Thum. Schließlich wird an diesem Vormittag auch das Erzgebirgsmeeting nachgeholt. Und rund 100 Teilnehmer der Altersklassen U 16 bis U 20 wollen diese Gelegenheit nutzen, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Hier geht es nicht nur in den Wurf-Disziplinen um die Medaillen, sondern auch im Sprint, auf der Mittelstrecke und im Sprung. Vertreter aus fünf Bundesländern wollen es beim Erzgebirgsmeeting wissen, sodass dieser Wettkampf eine passende Einstimmung auf den direkt im Anschluss folgenden Werfertag darstellt. Spitzen-Leistungen sind da garantiert – ebenso wie die Einhaltung von Hygiene-Richtlinien. Schließlich ist die Corona-Pandemie noch längst nicht abgehakt. Abstandsregeln und Desinfektion gehören einfach dazu. Immerhin lässt das Hygienekonzept aber 250 Zuschauer im Stadion zu, sodass sich die Sportler im Gegensatz zu den vergangenen Wettkämpfen endlich auch über Stimmung und Anfeuerung freuen dürfen.

Trio des LV 90 zieht bei Titelkämpfen in Braunschweig in den Endkampf ein

Mit drei Top-6-Platzierungen sind unsere LV-90-Vertreter von den Deutschen Meisterschaften aus Braunschweig zurückgekehrt. Durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Christina Schwanitz und Katharina Maisch waren die Medaillenchancen in diesem Jahr von vornherein kleiner als in der Vergangenheit.

Trotzdem hätte es von der Platzierung her beinahe fürs Treppchen gereicht. Schließlich schrammte Sarah Schmidt als Vierte nur knapp an den Medaillenrängen vorbei. Obwohl damit sich damit die Rangfolge in der aktuellen deutschen Bestenliste bestätigte, bestand die leise Hoffnung auf Bronze. Leider konnte Sarah aber mit ihren 16,27 Metern nicht ganz an ihre Leistung der Vorwoche anknüpfen.

Einen guten fünften Platz erreichte Korbinian Häßler im Diskuswerfen der Männer. Der 20-Jährige, der gerade in den U-23-Bereich gewechselt ist und somit jüngster Teilnehmer im Braunschweiger Feld war, erzielte gleich im ersten Versuch einen starken Wert von 58,00 Metern. Eine Steigerung in Richtung der 60-Meter-Marke, die Korbi durchaus drauf hat, gelang an diesem Tag aber leider nicht mehr.

Für Cedric Trinemeier sprang im Kugelstoßen der Männer der sechste Platz heraus. Im sechsten Durchgang steigerte sich der 22-Jährige, der gerade die Umstellung von der Angleit- zur Drehstoßtechnik vollzieht, auf 18,75 Meter. Damit fehlten ihm letztlich nur 30 Zentimeter zu Bronze. Das zeigt, wie groß die Leistungsdichte in diesem Wettbewerb war.

Leider fanden die Meisterschaften aufgrund der Corona-Situation ohne Zuschauer statt, was der sonst stets tollen Stimmung im Stadion einen spürbaren Dämpfer einbrachte. Wie alle Athleten hoffen wir aufs nächste Jahr, um – angefeuert von einem großen Publikum – wieder Top-Leistungen abzurufen.