Ein kleiner Hoffnungsschimmer

Zu zweit statt allein: In Thum dürfen Kadersportler wieder trainieren

Die Corona-Pandemie hat auch unseren Verein weiterhin fest im Griff. Wegen der Beschränkungen müssen die meisten Nachwuchssportler individuell für sich zuhause trainieren. Mit kleinen Challenges versucht Trainer Maik Werner, die Motivation hochzuhalten. Via Handy werden dabei kurze Videos ausgetauscht, in denen man sich gegenseitig zu Höchstleistungen anspornt. Doch die große Hoffnung liegt darin, dass dies nur eine Zeit der Überbrückung ist und dass es bald wieder losgeht. In kleinem Rahmen ist es sogar schon wieder losgegangen, denn in Thum können Kadersportler ab der U 16 aufwärts wieder trainieren. Entweder mit einem Trainer oder zu zweit als Sportler. Denn auch bei uns gilt die Regelung mit zwei Haushalten. Wir haben Anfang der Woche mal in der Thumer Halle vorbei geschaut – natürlich mit ausreichend Abstand…

Wo sonst großes Getuschel herrscht, das Trainer Maik Werner in den Griff bekommen muss, herrscht diesmal Ruhe. Nela Herzog und Pia Wetzel sind ja an diesem Nachmittag auch nur zweit, um in der Halle ihre Übungseinheit zu absolvieren. Nicht einmal ihr Coach ist mit dabei, hat ihnen nur Pläne zukommen lassen, was alles zu tun ist. Immerhin ist es nicht ganz so leise wie daheim, wo die beiden Leichtathletinnen des LV 90 Erzgebirge in den beiden Wochen zuvor noch jeweils ganz allein ihr Trainingspensum abspulen sollten. „So macht es schon etwas mehr Spaß“, sagt Nela. Mit dem Großteil ihrer Trainingskolleginnen kommuniziert sie auch weiterhin nur via Handy, aber zumindest mit Pia kann sich die Dreisprung-Expertin nun austauschen. „Zuhause bin ich nur alle zwei Tage Rad gefahren“, gesteht die U-20-Athletin aus Dittmannsdorf, die damit den Vorgaben von Maik Werner nicht ganz gerecht wurde. Dafür habe sie sich Pamela Reif zum Vorbild genommen. Ein Fitness-Star im Internet, dessen Übungen auch Nela zum Mitmachen anregten.

„Die Übungen sind fast besser als die unserer Trainer“, ergänzt Pia schmunzelnd. Bewegungsabläufe aus Online-Videos umzusetzen, liege derzeit voll im Trend, wobei die Jungen vor allem auf Sascha Huber stehen würden. „Das ist schon Kraftsport“, erklärt die Thumerin, die lieber Pamela Reif nacheifert. Doch neben deren Übungen tut die U-16-Athletin, die vor allem mit dem Speer erfolgreich ist, noch weitaus mehr für ihre Fitness. Nicht nur Radfahren und Jogging kommen dazu, auch die Hanteln und das Rudergerät daheim benutzt sie. Obwohl ihre Familie sehr sportlich sei, freut sich aber auch Pia, nun endlich gemeinsam mit einer anderen Athletin trainieren zu können. „So fällt einem die Motivation leichter“, sagt sie – und bestätigt damit die Einschätzung ihrer Trainer. Genau wie Maik Werner ist auch Sven Lang davon überzeugt, dass der Teamgeist gerade zu Corona-Zeiten eine wichtige Rolle spielt. Und deswegen hat sich der 58-Jährige dafür stark gemacht, auch in Thum wieder Training anzubieten.

„Wir als LV 90 sind ja Teil des Landesleistungsstützpunktes Chemnitz/Erzgebirge“, erklärt Sven Lang. Entsprechend der sächsischen Corona-Verordnung, die Anfang des Monats in Kraft trat, ist es Kadersportlern ab der U 16 aufwärts daher gestattet, in Thum zu trainieren. „Aber nur mit einem Trainer oder zusammen mit einem anderen Sportler“, sagt Lang und fügt an: „Die Regelung mit zwei Haushalten gilt auch für uns.“ An Sportschulen wie der in Chemnitz wurde das Konzept ab dem 2. November umgesetzt. In Thum mussten die Hygiene-Richtlinien erst noch mit der Stadtverwaltung abgestimmt werden, doch das ist dem LV 90 nun gelungen. „Das ist eine tolle Geschichte, denn es ist wenigstens ein kleiner Schritt in Richtung Normalität“, findet Lang. Bis hin zu den Wettkämpfen sei es dagegen noch ein langer Weg. „Aber der Dezember hat da ohnehin nie eine große Rolle gespielt“, so der Trainer. Erst im Januar gehe die Hallensaison los – hoffentlich auch 2021. Und bis dahin können hoffentlich auch alle anderen Nachwuchssportler wieder gemeinsam trainieren, um den Spaßfaktor zu steigern. Wir drücken die Daumen!

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