Max Louis Emmrich freut sich auf die U20-Weltmeisterschaft
Fünf Medaillen haben die Starter des LV 90 Erzgebirge bei den Deutschen U16- und U20-Meisterschaften in Wattenscheid erkämpft. Ein Athlet bejubelte gleich zwei Podestplätze – inklusive WM-Ticket.
Wenn am 28. Juli der Flieger Richtung Eugene abhebt, wo die U20-Weltmeisterschaften ausgetragen werden, wird mit Max Louis Emmrich auch ein Leichtathlet des LV 90 Erzgebirge mit an Bord sitzen. Die Norm für den internationalen Saisonhöhepunkt hatte der Diskusspezialist schon vor den Deutschen Meisterschaften in der Tasche. Nun galt es aber am Wochenende in Wattenscheid, mit DM-Gold oder -Silber das WM-Ticket endgültig zu lösen. Diese Aufgabe löste Emmrich souverän.
Zwei WM-Starts möglich
„Es war zwar nicht sein allerbester Wettkampf, aber Max Louis hat den Titel mit 55,82 Metern souverän gewonnen“, sagt LV-90-Trainer Sven Lang über den größten Erfolg seines Vereins bei diesen nationalen Titelkämpfen. Zu dieser goldenen kamen für die Erzgebirger noch vier weitere Medaillen, wobei Emmrich selbst dabei fleißig mithalf. Im Kugelstoßen wurde er hinter dem überragenden Simon Kunkel (18,97 m) vom USC Mainz mit 17,60 Metern Vizemeister. Dank dieser persönlichen Bestleistung könnte der LV-90-Athlet in Eugene auch mit der Kugel antreten, allerdings ist das kein Thema. „Er wird sich voll und ganz aufs Diskuswerfen konzentrieren, weil er dort wesentlich bessere Chancen hat“, sagt Lang über den Schützling von Wurftrainer Christian Sperling, der bei der U18-Europameisterschaft vor zwei Jahren erstmals internationale Wettkampfluft schnupperte. „Dadurch bringt Max Louis jetzt mehr Erfahrung mit“, hofft Lang.
Für Maria Gröper dürfte der WM-Traum dagegen geplatzt sein. Die Hammerwurf-Expertin vom LV 90 schaffte es in Wattenscheid zwar aufs U20-Podest, musste sich aber hinter zwei Konkurrentinnen mit Bronze begnügen. „Damit ist sie nur als WM-Ersatz nominiert“, erklärt Lang nach einem Wettbewerb, in dem die Erzgebirger in der Breite sehr gut aufgestellt waren. Mit Rike Brandl (5.), Henrike Ludwig (10.) und Helena Bartke (12.) schafften es noch drei weitere Vereinsvertreterinnen ins Vorderfeld, wobei vor allem Rike Brandl mit persönlicher Bestleistung (50,55 m) überzeugte. Ebenfalls in der U20 waren für den LV 90 noch Speerwerfer Oscar Nauck (7.) sowie Jerome Düringer am Start. Letzterer landete über 110 Meter Hürden auf Rang 18.
Wenige Zentimeter entscheiden
Ähnlich wie Emmrich hätte in der U16 beinahe ein Vereinskollege zwei Medaillen mit nach Hause gebracht. Die Rede ist von Ben Korsowski, der allerdings zunächst im Kugelstoßen Pech hatte. Mit 14,88 Metern kam der M15-Starter im Kampf um Bronze auf den gleichen Wert wie sein Konkurrent, musste sich aber aufgrund der schlechteren zweitbesten Weite mit Rang 4 begnügen. „Ganze fünf Zentimeter haben den Ausschlag gegeben“, berichtet Lang, der ein ähnliches dramatisches Finale dann auch im Hammerwerfen erlebte. Hier ging es für Korsowski sogar um Gold. „Weil bei seinem letzten Versuch ein Messfehler vorlag, durfte er diesen Wurf wiederholen“, so Lang. Und der Hammer segelte weiter als in allen Durchgängen zuvor. Diesmal fehlten drei Zentimeter, um ein kleines Wunder zu vollbringen. Doch auch mit Silber konnte der junge Erzgebirger gut leben. „Man darf nicht vergessen, dass die AK-15-Starter zum ersten Mal bei einer Deutschen Meisterschaft an den Start gehen. Dafür hat Ben echt Nervenstärke bewiesen“, betont Lang und ergänzt: „Auch all unsere anderen Starter haben ihre Sache richtig gut gemacht.“ Allen voran Hammerwerferin Sina Mia Dietz, die als Dritte mit einer persönlichen Bestweite von 47,62 Metern die dritte LV-90-Medaille gewann: „Sie hat sich um mehr als drei Meter gesteigert.“ Ähnliches gelang der W-15-Starterin auch mit dem Diskus, der bei 36,47 Metern landete und Sina Mia Dietz noch einen 10. Platz bescherte. Weiter als je zuvor warf auch Speerwerfer Robby Schirdewahn, der mit 55,60 Metern Vierter wurde. Komplettiert wurde das gute erzgebirgische Abschneiden von Rang 10 der Vier-mal-100-Meter Staffel mit Amelie Seidel, Izzie Voigt, Anny Buschbeck und Alma Horn.




Text: Andy Bauer
Fotos: Sven Lang