Am 17. August ist es endlich soweit

Fünf Tage nach dem Ende der Europameisterschaft in Berlin wird sich einigen Leichtathleten der internationalen Spitze beim 15. Thumer Werfertag die Chance zur Revanche bieten. Am 17. August ist es soweit, dann beginnt 17 Uhr die Weitenjagd im Stadion an der Wiesenstraße. Wie gewohnt, werden zu später Stunde die Damen und Herren im Kugelstoßring wieder für den krönenden Abschluss sorgen, wobei die Fans sich auf eine wieder erstarkte Christina Schwanitz freuen können. Zuvor werden die Wettbewerbe mit Diskus und Speer ausgetragen. Traditionsgemäß können die Zuschauer in Thum auch selbst aktiv werden – und das diesmal bei einem besonderen Wettbewerb. Statt zur Kugel wird diesmal zu natürlichem Material gegriffen, denn es geht beim Steinstoßen um Kraft und Geschick… Nähere Informationen folgen in Kürze…

Johannes Vetter trumpft mit 93,88 Metern auf

Der 14. Internationale Thumer Werfertag bleibt wegen zwei „Donnerwetter“ für immer in Erinnerung. Der erste „Blitz“ ging auf das Konto des frisch gebackenen Speerwurf-Weltmeisters, der den bisherigen Meeting-Rekord mit dem drittbesten deutschen Wurf aller Zeiten pulverisierte. Und ganz am Ende zog dann noch ein echtes Gewitter herein, doch das konnte keinem mehr die Laune vermiesen…

Mit einem neuen Meeting-Rekord hat sich Johannes Vetter beim 14. Internationalen Thumer Werfertag den Sieg im Speerwerfen gesichert. Wenige Tage nach dem Gewinn des Weltmeistertitels in London präsentierte sich der gebürtige Dresdner, der nun für die LG Offenburg startet,  auch im Erzgebirge in blendender Verfassung. Sagenhafte 93,88 Meter flog sein Speer im zweiten Versuch. „Es ist mir selbst ein Rätsel, wie ich so gut in diesen Wettkampf gefunden habe“, sagte der 24-Jährige, der es in Thum eigentlich locker angehen wollte: „Ich habe noch drei weitere Wettkämpfe. Da will ich richtig absahnen.“ Die passende Musik, persönlich beim DJ bestellt, sowie der starke erste Wurf von Thomas Röhler (86,21 m) motivierten den frisch gebackenen Weltmeister jedoch. Somit blieb Röhler nur der zweite Platz, gefolgt vom Tschechen Petr Frydrych (81,11 m).

„Das spricht fürs Speerwerfen“

Und bei der Siegerehrung stellte Johannes Vetter noch einmal ausdrücklich klar: „Ich mache so was nichts fürs Geld. Es macht einfach teilzunehmen und sich mit den anderen Jungs zu messen.“ Vor allem Thum sei „immer eine geile Sache, weil die Leute so nah dran sind an der Anlage“. Und wenn der DJ auch noch die Songs an seinem Pult hat, die den Weltmeister so richtig pushen, dann kann auch schnell mal die Post abgehen, obwohl man die Kräfte eigentlich schonen will.“Tut mir leid, wenn die Musik nicht den Geschmack von jeden trifft“, entschuldigte sich der Sieger für die rhythmischen Töne, die ihren Zweck nicht verfehlten. Auch Thomas Röhler ließ sich sich von der Kulisse und der Musik antreiben. Und auch wenn er diesmal gegenüber Johannes Vetter den Kürzeren zog, war er mit Blick zurück auf die WM doch irgendwie zufrieden: „Wenn die Plätze 1 bis 8 so nah beisammen liegen, dann spricht das fürs Speerwerfen.“

Das Gewitter kann warten

Die mehr als 2000 Zuschauer, die ins Stadion an der Wiesenstraße gekommen waren, bereuten ihr Kommen also nicht. Auch, weil das Wetter mitspielte. „Zum Glück hat es lange durchgehalten“, sagte Organisationsleiter Sven Lang angesichts des vorhergesagten Regens. Der starke Gewitterschauer setzte erst ganz kurz vor Schluss ein, sodass das Kugelstoßen der Männer nach dem vierten Durchgang abgebrochen werden musste. David Storl, der sich mit 21,45 Metern vor dem Portugiesen Tsanko Arnaudov (20,81 m) und Jacko Gill (20,72 m) aus Neuseeland durchsetzte, musste seinen Siegerpokal daher in der Turnhalle in Empfang nehmen.

Nadine Müller nicht zu schlagen

Die Laune ließen sich aber weder Sportler noch Verantwortliche oder Fans vermiesen. Schließlich hatten sie einen tollen Wettkampf erlebt, der unter anderem den Sieg von Nadine Müller im Diskuswerfen der Frauen mit sich brachte. Dank ihrer 62,11 Meter lag die WM-Teilnehmerin vom SV Halle am Ende vor Anna Rüh (SG Magdeburg/60,11 m) und Julia Harting (SCC Berlin/58,16 m). Außerdem verfolgten viele Besucher interessiert die Nachwuchs-Wettbewerbe. In der U 20 hatten dabei Kugelstoßer Martin Knauer (München/16,86 m) und Diskuswerfer Pascal Eichler (Chemnitz/45,48 m) die Nase vorn. Die U-18-Siegerpokale gingen im Kugelstoßen an Selina Datzler (München/16,69 m) sowie im Diskuswerfen an LV-90-Starter Björn Oelmann (46,09 m). Außerdem waren mit dem Diskus Florian Schmidt (Hartha/U 16/50,07 m) und Tony Zeuke (LV 90/U 23/50,21 m) erfolgreich.

Christina Schwanitz is back

Als jüngste Teilnehmer zeigten die Mädchen und Jungen von sieben Grundschulen ihr Können. Über den Sieg beim Schlagball-Cup durften sich die Lokalmatadoren der Grundschule Thum freuen, die in der Summe auf 322,5 Meter kamen. Da konnten die Vertretungen aus Gelenau (2./303 m) und Neuwürschnitz (3./287 m) nicht ganz mithalten. Es folgten Dorfchemitz (4.), Burkhardtsdorf (5.), Gornsdorf (6.) und Elterlein. Als beste Einzelstarter ragten Fynn Gerstner (53,50 m) sowie Sally Fahrhöfer (32,00 m) heraus. Im weiteren Verlauf des Abends verfolgten auch die Kinder die Wettkämpfe der großen Stars und ergatterten dabei das eine oder andere Autogramm. Unter anderem auch von einer guten alten Bekannten, denn Christina Schwanitz is back! „Die EM 2018 in Berlin ist ein realistisches Ziel“, sagte die mit ihren Zwillingen Kugelstoßerin des LV 90 und kündigte das baldige Ende ihrer Babypause an: „Zum Glück ist mein Mann ein Vollblut-Papa.“

 

Olympiasieger Thomas Röhler ist einer von mehreren Helden des Abends

Das Feld mit 15 Olympia-Teilnehmern und sechs vertretenen Nationen war Weltklasse. Das Wetter hätte zudem kaum besser sein können – ebenso die Kulisse. Rund 2500 Zuschauer haben den 13. Internationalen Thumer Werfertag in vollen Zügen genossen. Vor allem dank Speerwerfer Thomas Röhler vom LC Jena. Der frisch gebackene Olympiasieger präsentierte sich nach seinem Paukenschlag in Rio noch immer in toller Form – und vor allem als sympathischer Sportler. Nicht nur seine 86,25 Meter, mit denen er vor Lars Hamann (Dresdner SC/85,79 m) und Andreas Hofmann (MTG Mannheim/80,06 m) gewann, kamen beim Publikum super an. Auch mit seiner lockeren und bodenständigen Art beeindruckte der Olympia-Held. Obwohl der Andrang riesig war, blieb kein Autogramm-Wunsch unerfüllt. Auch mit Moderator Hardy Gnewuch, der am Ende um seine bei einer Wette angebotenen Rollen herumkam, war der eine oder andere flotte Spruch drin. Am Ende dankte Thomas Röhler den Fans: „Es macht am meisten Spaß, wenn das Publikum so richtig mitgeht.“ Ebenso dankte er aber seinem ärgsten Konkurrenten Lars Hamann, der ihn anstachelte und damit zum hohen Niveau beitrug. „Ich war ja auch gefordert“, so der Olympiasieger: „Lars saß mir dicht im Nacken.“

Nachdem die Fans vom Speerwerfen kaum genug kriegen konnten, folgten im Kugelstoßen die nächsten Höhepunkte. Unter dem Motto „Ladys first“ war es zunächst Christina Schwanitz, die sich mit 19.33 Metern den Sieg vor Natalia Duco aus Chile (18,13 m) und Lena Urbaniak (LG Filstal/17,22 m) sicherte. Der Lokalmatadorin hat es wieder mal „gefetzt“. Und auch die Männer genossen beim krönenden Abschluss die Atmosphäre im Stadion an der Wiesenstraße. Allerdings konnte sich diesmal nicht David Storl durchsetzen. Während er mit 20,80 Metern Dritter wurde, war Tomas Stanek dank einer neuen persönlichen Bestleistung (21,26 m) der gefeierte Sieger. Da hatte selbst der Olympia-Dritte aus Neuseeland, Tomas Walsh (21,18 m) das Nachsehen. Doch der Wettbewerb schrieb noch einige andere Geschichte. Da war zum Beispiel der weit angereiste Mashari Mohammad aus Kuweit, der sich im Erzgebirge offenbar pudelwohl fühlt. Gleich zweimal konnte er seine Bestleistung auf am Ende 19,09 Meter nach oben schrauben. Und dann erlebten die Zuschauer noch einen emotionalen Abschied, denn der mehrfache deutsche Jugend-Meister Hendrik Müller (16,98 m) vom LV 90 absolvierte den letzten Wettkampf seiner Laufbahn.

Andere denken noch lange nicht ans Aufhören. Zum Beispiel die Sportler, die sich im Diskuswerfen spannende Wettbewerbe lieferten. Bei den Damen setzte sich letztlich Nadine Müller (SV Halle) mit 60,39 Metern vor Julia Fischer (SCC Berlin/60,29 m) und der erfahrenen Plin Johanna Wisniewska (56,05 m) durch. Ein spannendes vereinsinternes LV-90-Duell gab es in der U 23, wobei Maximilian Klaus (55,42 m) am Ende doch relativ deutlich vor Tony Zeuke (53,98 m) die Nase vorn hatte. In den unteren Altersklasse hießen die Sieger Stephan Brendel (LAC Erdgas Chemnitz/U 18), Sandy Uhlig (LG Mittweida/U 18) und Björn Oelmann (LV 90/U 16). Natürlich war die Jugend auch im Kugelstoßring gefordert. Hier gingen die Siege an Kristoffer Kleist (ART Düsseldorf/U 20), Korbinian Hässler (LAC/U 18) sowie Jule Steuer (SC Magdeburg/U 18). „Generell war es auch aufgrund der guten äußeren Bedingungen ein gelungener Wettkampf“, bilanzierte Sven Lang. Die Leistungen der Sportler brachten den sichtlich geschafften Kugelstoß-Bundestrainer vom LV 90 am Ende ebenso noch einmal zum Strahlen wie die tolle Stimmung im Stadion: „Der Aufwand hat sich gelohnt.“

Auch das Rahmenprogramm kam wieder bestens an. Vor allem der Schlagball-Cup der Grundschulen, bei dem die potenziellen Stars von Morgen schon einmal ihr Können andeuteten. Aus sieben Grundschulen waren insgesamt 117 Mädchen und Jungen am Start. Und wieder einmal gaben dabei die Lokalmatadoren den Ton an. An Dramatik war der Wettkampf kaum zu überbieten, denn beim letzten Wurf war noch alles offen. Nach genauem Rechnen stand dann fest. Dank ihrer Gesamtweite von 291,5 Metern setzte sich die Grundschule Gelenau vom hauchdünnen vier Metern Vorsprung vor der Grundschule Thum durch. Auch die Neuwürschnitzer (280,5) lagen auf Platz 3 noch in Schlagdistanz. Dahinter folgten die Teams aus Elterlein (4.), Dorfchemnitz (5.), Gornsdorf (6.) und Burkhardtsdorf (7.). Als beste individuelle Werfer wurden in der Klassenstufe 2 Marcel Haase (Thum/25,50 m) und Sunny Nötzel (Gelenau/19,50 m) ausgezeichnet. Von den Drittklässlern ragten Jonas Gündemann (Neuwürschnitz/35,50 m) und Samira Prehl (Dorfchemnitz/27,50 m) heraus. Eine Klassenstufe höher warf niemand weiter als Moritz Meyer (Elterlein/44,50 m) und Lara Böhm (Gelenau/38,00 m). Und auch die Fans selbst durften natürlich wieder auf Weitenjagd gehen. Beim Zuschauer-Wettbewerb packten 90 Gäste die Gelegenheit beim Schopf. Dabei kamen Jessica Förster (11,25 m) und Rüdiger Kunze auf die besten Weiten. Unser ehemaliger Vereinspräsident war mit 11,71 nicht zu schlagen.