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Titelkampf mit Freud und Leid

17 Medaillen bei U-20- und U-16-Hallen-Landesmeisterschaft erkämpft

Freud und Leid haben am Sonntag im Chemnitzer Sportforum nah beieinander gelegen. Positive Emotionen waren immer dann angesagt, wenn es wieder jemand vom LV 90 aufs Podest geschafft hatte. Insgesamt gelang das 17-mal, wobei vor allem die Staffeln für starke Ergebnisse sorgten. Doch auch in den Einzel-Disziplinen gab es Titel zu bejubeln. Einer davon ging auf das Konto von Larissa Stiehler, die gleichzeitig für den größten Schreckmoment aus Vereinssicht sorgte. Denn kurz nach ihrem Titelgewinn im Kugelstoßen, wo sie als einzige W-14-Starterin die Zehn-Meter-Marke knacken konnte (10,86 m), hatte Larissa beim Hürdenlauf Pech.

Es droht eine Pause

Die zweite Hürde berührte die Medaillenkandidatin mit dem Knie, blieb dann mit dem Fuß hängen, geriet ins Straucheln und verlor die Kontrolle. Dabei prallte Larissa so hart auf die Tartanbahn, dass von einer starken Rippenprellung auszugehen ist. „Das war bitter – und ein herber Verlust, zumal sie dadurch auch für die Mitteldeutschen Meisterschaften ausfällt“, sagte Trainer Maik Werner und wünschte der Sportlerin wie alle anderen aus dem Verein gute Besserung. Es war das größte von mehreren Missgeschicken, denn im Sprint und in den Staffelläufen hatten mitunter auch die Kampfrichter etwas auszusetzen.

In Bestzeit zum Titel

Genauso gab es aber auch Lichtblicke. Für die größte Überraschung sorgte dabei Nela Herzog, die in einer neuen persönlichen Bestzeit (8,19 s) zum W-14-Titel über 60 Meter sprintete. „So einen Sprint-Erfolg auf Landesebene hatten wir in dieser Altersklasse schon lange nicht mehr“, lobte Maik Werner die junge Dittmannsdorferin für ihre enorme Steigerung. Weitere Einzel-Titel stellten Lena Listner und Tom Wolf sicher. Während Lena im 800-Meter-Lauf der W 14 in 2:30,84 Minuten nicht zu schlagen war, gewann Tom den U-20-Titel über die Hürden in 8,38 Sekunden.

Silber als Belohnung

Doch auf für diejenigen Sportler, die „nur“ Silber gewannen, freuten sich die Trainer riesig. So wurde Lisa Weißbach für ihren Mut belohnt, sowohl über 800 (2:29,00 min) als auch wenig später über die 300 Meter (44,32 s) zu starten. Nur ganz wenige trauten sich diese Belastung zu, die unserer W-15-Läuferin zweimal Silber einbrachte. Ähnlich fiel die Bilanz von Steven Richter (M 14) aus, der nicht nur im Weitsprung (5,52 m), sondern auch im Kugelstoßen (12,85 m) Vizemeister wurde. Und letztlich durfte sich auch Antonia Melzer (W 15) über Platz 2 freuen. Während es im Weitsprung trotz guter Leistung (5,09 m) nicht ganz fürs Podest reichte, belohnte sich Antonia im Hochsprung (1,50 m) für all ihr Training.

 

 

U 20 (m), 400 m: 3. Samuel Uhlig; 60 m Hürden: 1. Tom Wolf; 4-mal 200 m: 1. SG Chemnitz/Erzgebirge (Porstmann/Uhlig/Vogel/Böse); Kugelstoßen: 3. Tim Hatzel.

U 20 (w), 200 m: 8. Julia Zeise; 400 m: 5. Beverly Krumpfer; 60 m Hürden: 4. Pauline Leichsenring; 4-mal 200 m: 1. SG Chemnitz/Erzgebirge (Grünert/Carlowitz/Klik/Rennert), 3. SG Chemnitz/Erzgebirge (Zeise/Lehmann/Schrapps/Krumpfer); Weitsprung: 10. Lydia Bräunig.

M 15, 300 m: 8. Lukas Wolfram, 13. Max Meyer; 800 m: 5. Elias Lämmel; Weitsprung: 13. Lukas Wolfram.

W 15, 60 m: 11. Antonia Melzer, 12. Lena Bräuer; 300 m: 2. Lisa Weißbach, 7. Aylin Pfefferkorn, 8. Lena Bräuer, 9. Anika Brückner; 800 m: 2. Lisa Weißbach, 4. Anika Brückner; Hochsprung: 2. Antonia Melzer, 6. Laura Steinbach; Weitsprung: 6. Antonia Melzer, 11. Henriette Gerhardt; Kugelstoßen: 7. Lena Bräuer, 9. Reka Shirzad, 10. Laura Steinbach.

M 14, 60 m: 5. Steven Richter; 800 m: 12. Max Meyer; 60 m Hürden: 5. Steven Richter; Weitsprung: 2. Steven Richter; Kugelstoßen: 2. Steven Richter.

W 14, 60 m: 1. Nela Herzog, 3. Larissa Stiehler; 800 m: 1. Lena Listner, 4. Aylin Pfefferkorn; Weitsprung: 10. Nela Herzog, 17. Luise Ebersbach; Kugelstoßen: 1. Larissa Stiehler (alle LV 90).

U 16 (m), 4-mal 200 m: 2. SG Erzgebirge (Wolfram/Richter/Lämmel/Reim).

U 16 (w), 4-mal 200 m: 3. SG Erzgebirge II (Herzog/Listner/Pfefferkorn/Steinbach), 5. SG Erzgebirge III (Steinbach/Link/Reinhold/Gerhardt).

Blumen für das „Startmonster“

Viktoria Dönicke ist Sachsens Jugend-Leichtathletin des Jahres 2016

Bei den Hallen-Landesmeisterschaften in Chemnitz durfte sich Viktoria Dönicke nicht nur über ihre Silbermedaille im 60-Meter-Sprint freuen. Schon bevor das Finale anstand, rückte sie kurzzeitig ins Rampenlicht. Und zwar, als der Landesverband die Leichtathleten des Jahres 2016 ehrte. In der weiblichen Jugend wurde diese Ehre der 17-Jährigen zuteil. Verdient hat sich die DM-Dritte diese Auszeichnung vor allem mit ihrem guten Auftritt bei der U-18-EM in Tiflis, als Viktoria über über 100 Meter ins Halbfinale einzog.

Aktuell liegt ihre Bestzeit über 100 Meter bei 11,74 Sekunden. Und natürlich lautet das große Ziel, diese weiter zu verfeinern. Dass sie sich dabei auf einem guten Weg befindet wurde in Chemnitz deutlich, als Viktoria in sehr guten 7,56 Sekunden sächsische Vizemeisterin wurde. Hinter Rebekka Haase, die ihrer jungen Trainingskollegin direkt nach dem Zieleinlauf ein großes Kompliment aussprach: „Vicky ist ein kleines Start-Monster. Auf den ersten 20 Metern geht sie unheimlich ab. Das wirkt sich positiv auf unser Training aus.“

Lobende und anspornende Worte erhielt die kleine und explosive LV-90-Sprinterin in Chemnitz einige, denn bei der Auszeichnung zur Jugend-Leichtathletin des Jahres 2016 gehörte unter anderem Verbandspräsident Tassilo Lenk zu den Gratulanten. Zufrieden gibt sich Viktoria deswegen aber noch lange nicht, denn die Jagd nach Erfolgen hat gerade erst begonnen. Weiterhin wurden übrigens ausgezeichnet: Heinz Ebermann (SC DHfK Leipzig) und Heike Martin (LAC Erdgas Chemnitz) im Seniorenbereich, Max Heß (LAC Erdgas Chemnitz) und Cindy Roleder (SV Halle) im Leistungssportbereich sowie Marvin Schulte (SC DHfK Leipzig) in der männlichen Jugend.

In Windeseile zu zehn Titeln

Sprinterinnen und Staffeln beeindrucken bei Hallen-Landesmeisterschaft

Zwei Tage dauerten die Hallen-Landesmeiserschaften in Chemnitz, doch viele entscheidende Dinge spielten sich nur binnen weniger Sekunden ab. Ganze 7,20 Sekunden brauchte beispielsweise Rebekka Haase, um das 60-Meter-Finale für sich zu entscheiden. „Für diesen Zeitpunkt der Vorbereitung ist diese Zeit schon ganz okay“, meinte die Siegerin hinterher. Nur 0,36 Sekunden langsamer war Viktoria Dönicke, die damit den Doppelerfolg für den LV 90 perfekt machte. Und auch in persönlicher Hinsicht durfte Rebekka noch ein Double bejubeln, denn sie sicherte sich auch über 200 Meter den ersten Platz (23,37 s).

17 Meter im Visier

Auch auf die Weiten kam es an. So sicherten Weitspringerin Annika Gärtz (6,27 m) und Kugelstoßerin Sarah Schmidt (16,66 m) dem Verein zwei weitere Titel bei den Frauen. „Bald dürften die 17 Meter fällig sein“, kommentierte Trainer Sven Lang den Sieg von Sarah, die diesmal nicht gegen Christina Schwanitz antreten musste. Sie legte eine kurze Verletzungspause ein. Dafür präsentierten sich unsere Sprinter in Top-Verfassung. Und damit sind nicht nur Rebekka und Viktoria gemeint. So lief beispielsweise Hürden-Sprinter Tom Wolf ins 8,45 Sekunden zu Silber. Außerdem holten Lisa Grünert, Nele Halliant, Thelma Knabe und Lissy Rodehacke als 200-Meter-Staffel den Titel der Frauen.

Allein und im Team erfolgreich

Staffeln ist ein gutes Stichwort, denn in diesen Wettbewerben lief es Chemnitz nahezu optimal. Vor allem was die Jungs betrifft. So durften sich Tom Siegel (3./400 m) und Samuel Uhlig (1./800 m) nicht nur über ihre Einzelerfolge freuen. Mit der Startgemeinschaft Chemnitz/Erzgebirge schafften sie es auch über viermal 200 Meter aufs oberste Treppchen. Bronze gab es dank Jonas Porstmann, Paul Zeise, Elias Lämmel und Sebastian Vogel gleich noch obendrauf. In der weiblichen U-18-Konkurrenz komplettierte die Startgemeinschaft, zu der Julia Zeise, Pauline Leichsenring und Beverly Krumpfer gehörten den Staffel-Medaillensatz für diese Altersklasse.

Jungs rennen allen davon

Zur Freude der Trainer und vieler Eltern konnten auch unsere Jüngsten ihren Teil zur Titelsammlung beitragen, denn auch die Staffelläufe der U 14 standen auf dem Programm. Und zwar über zwei Distanzen. Dabei gelang es den Jungs, sogar ihre Trainer zu überraschen. „Mit dem ersten Platz über dreimal 800 Meter war vielleicht zu rechnen, aber an den Sieg über viermal 100 Meter hatte niemand geglaubt“, sagt Maik Werner zum tollen Abschneiden. Auf der langen Strecke  brachten Heinzel Bruno, Arnold Christopher und Heyber Chris den Sieg nach Hause. Und genau dieses Trio, ergänzt durch Paul Heymann, war auch für den Erfolg auf der langen Strecke zuständig.

 

 

Männer, 60 m: 9. Maximilian Grupen; 60 m Hürden: 2. Tom Wolf; 4-mal 200 m: 1. SG Chemnitz/Erzgebirge (Wolf/ Rosin/ Stollhoff/ Schlegel); Kugelstoßen: 6. Tony Zeuke.

Frauen, 60 m: 1. Rebekka Haase, 2. Viktoria Dönicke, 5. Nele Halliant; 200 m: 1. Rebekka Haase, 3. Nele Halliant, 6. Lissy Rodehacke; 4-mal 200 m: 1. SG Chemnitz/Erzgebirge (Grünert/ Halliant/ Knabe/ Rodehacke); Weitsprung: 1. Annika Gärtz; Dreisprung: 4. Lissy Rodehacke; Kugelstoßen: 1. Sarah Schmidt.

U 18 (m), 60 m: 8. Huu Thanh Böse; 200 m: 11. Tom Siegel, 16. Jonas Porstmann, Paul Zeise, 18. Huu Thanh Böse; 400 m: 3. Tom Siegel; 800 m: 1. Samuel Uhlig, 4. Elias Lämmel; 4-mal 200 m: 1. SG Chemnitz/Erzgebirge (Bienek/ Greiling/ Siegel/ Uhlig), 3. SG Chemnitz/Erzgebirge II (Porstmann/ Zeise/ Lämmel/  Vogel); Kugel: 4. Björn Oelmann, 6. Rick Schlömilch, 10. Aaron Blei.

U 18 (w), 60 m: 12. Beverly Krumpfer; 200 m: 6. Beverly Krumpfer, 10. Julia Zeise; 60 m Hürden: 4. Pauline Leichsenring; 4-mal 200 m: 2. SG Chemnitz/Erzgebirge II (Zeise/ Leichsenring/ Schrapps/ Krumpfer); Weitsprung: 9. Lydia Bräunig.

U 14 (m), 4-mal 100 m: 1. SG Erzgebirge (Heyber/ Heymann/ Arnold/ Heinzel), 5. SG Erzgebirge II (Völzing/ Kramer/ Stein/ Gerhardt); 3-mal 800 m: 1. SG Erzgebirge (Heinzel/ Arnodl/ Heyber), 6. SG Erzgebirge II (Kramer/ Völzing/ Stein).

U 14 (w), 4-mal 100 m: 4. SG Erzgebirge (Zietzsch/ Mannsfeld/ Strohbach/ Mühlberg), 6. SG Erzgebirge II (Sieber/ Weber/ Reinhold/ Peters); 3-mal 800 m: 6. SG Erzgebirge (Mannsfeld/ Reinhold/ Peters), 7. SG Erzgebirge II (Sieber/ Weber/ Zietzsch).

Der erste Schritt nach Tokio

LV 90 präsentiert das Olympia-Team Erzgebirge 2020 inklusive eines Neuzugangs

Mit neuem Schwung zu altbekannten Zielen – so lässt sich die Botschaft wohl am besten auf den Punkt bringen, die unser Verein bei seiner Pressekonferenz im Gelenauer Ratssaal vermittelt hat. Die Olympischen Spiele als Ziel auszugeben, auch wenn sie noch dreieinhalb Jahre entfernt sind, war an sich nichts Neues. Wohl aber die Art und Weise, mit der dieses altbekannte Ziel erreicht werden soll. Denn schon jetzt wurde das Olympia-Team Erzgebirge 2020 ins Leben gerufen, das Sportlern aus der Region den Weg nach Tokio ebnen soll. Aktuell gehören elf Athleten zum Aufgebot – von Weltmeisterin Christina Schwanitz bis hin zu jungen Hoffnungsträgern wie U-18-Hammerwerfer Pascal Thalhäuser. „Aber das kann sich noch ändern. Wir sind immer offen für ambitionierte Sportler aus der Region“, betonte Trainer Sven Lang, der den Team-Mitgliedern die bestmögliche Unterstützung versprach. Mithilfe von Sponsoren sollen beispielsweise Zuschüsse für Trainingslager, Fahrtkosten oder Betreuungsmaßnahmen aufgebracht werden.

Neben bekannten Größen wie Sprinterin Rebekka Haase und Diskuswerfer Tony Zeuke entdeckten die Medien-Vertreter bei der Pressekonferenz auch ein völlig neues Gesicht auf dem Podium. Dabei handelte es sich Eric Krüger, der vom SC Magdeburg zum LV 90 Erzgebirge gewechselt ist. Geboren in Oschatz, fand der 400-Meter-Spezialist über Dresden und Magdeburg nun den Weg ins Erzgebirge. Genauer gesagt nach Chemnitz, wo er zur Trainingsgruppe von Bundestrainer Jörg Möckel gehört. Obwohl der mehrfache nationale Meister nach eigenen Angaben „mit 28 Jahren nicht mehr der Jüngste“ ist und erst einmal nur zwei Jahre im Voraus plant, trauen ihm viele Tokio zu. Und so gehört auch Eric Krüger zum Olympia-Team Erzgebirge 2020. Ebenso dürfte sich der Läufer darüber freuen, dass der LV 90 neben dem Thumer Werfertag künftig auch das Erzgebirgs-Meeting in Gelenau auf ein höheres Level heben will. Auch den Vertretern der Lauf- und Sprung-Disziplinen soll somit eine größere Wettkampfbühne geboten werden. Man darf also gespannt sein auf den 3. Juni im Gelenauer Sportareal Erzgebirgsblick.

Olympia-Team Erzgebirge 2020: Christina Schwanitz (Kugelstoßen), Rebekka Haase (Sprint), Eric Krüger (400 m), Florian Handt (400 m Hürden), Sarah Schmidt (Kugelstoßen), Annika Gärtz (Weitsprung), Viktoria Dönicke (Sprint), Tony Zeuke (Diskuswurf), Lisa Grünert (Sprint), Maximilian Klaus (Diskuswurf), Pascal Thalhäuser (Hammerwurf).

 

 

Stimmen

Andreas Mey (Präsident LV 90): „Neben dem Thumer Werfertag wollen wir das Erzgebirgs-Meeting als zweites großes Event etablieren. Wir haben nicht nur gute Werfer im Verein, sondern können auch schnell rennen und weit springen. Unsere Athleten sollen sich zudem direkt vor Ort zeigen können, denn der Kontakt zwischen Verein und Umfeld ist sehr wichtig. Das ist auch eine Chance für unser jüngeren Sportler, denn die Nachwuchsarbeit ist genauso wichtig wie die Entwicklung von Top-Athleten. Mit der Gründung des Fördervereins haben wir die Weichen gestellt.“

Sven Lang (Bundestrainer vom LV 90): „Von 2013 bis 2016 war die bislang erfolgreichste Phase unserer Vereinsgeschichte. Als einer von nur wenigen Vereinen waren wir bei allen großen internationalen Meisterschaften beginnend ab der U 18 vertreten – dank Christina Schwanitz und Rebekka Haase auch in Rio. Für unseren ansonsten recht wintersportgeprägten Landkreis war es stark, mit zwei Leichtathletinnen bei den Sommerspielen vertreten gewesen zu sein. In Tokio wären wir gern mit mindestens drei Athleten dabei. Mit derzeit elf Bundeskadern ist der Verein gut aufgestellt. Das ist eine riesige Anzahl, aber es könnten auch noch mehr sein.“

Eric Krüger (Neuzugang/ 400 m): „Im Dezember bin ich nach Chemnitz gezogen. Viel habe ich von der Region noch nicht gesehen, weil wir ja fast ständig unterwegs sind. Aber eins steht fest: Der Unterschied zwischen Dresden und Magdeburg war vor acht Jahren viel größer als jetzt der Schritt von Magdeburg nach Chemnitz. Was ich schon sagen kann, ist, dass Chemnitz einen tollen Weihnachtsmarkt hat. Schön ist auch, dass es für mich gleichzeitig ein Schritt in Richtung Heimat war, denn geboren bin ich ja in Oschatz in Sachsen.“

Tassilo Lenk (Präsident des sächsischen Leichtathletik-Verbandes): „Es ist immer wieder begeisternd zu sehen, was in diesem Verein seit 1990 auf die Beine gestellt wurde. Damals wurde ja bei Null angefangen. Und gerade im ländlichen Raum, wo die Schulen weit auseinander liegen, fällt eine flächendeckende Nachwuchsarbeit eigentlich schwer. Trotzdem bekommt der LV 90 diesen Spagat zwischen einer breit aufgestellten Kinder- und Jugendarbeit und der Entwicklung von Top-Athleten hervorragen hin. Ohne den Verein wäre unser Landesverband wesentlich schlechter aufgestellt. Bezüglich des Olympia-Teams gilt der Dank auch dem Landrat Frank Vogel, der ein Herz für Sport hat. Obwohl es im Erzgebirge viele große Sportarten wie Fußball, Wintersport, Handball oder Ringen gibt, wird die Leichtathletik nicht vergessen.“

Guter Meisterschaftsauftakt auf Landesebene

Mehrkämpfer, 3000-Meter-Läufer und Werfer sichern sich sächsische Titel

Fünf Titel stehen für den LV 90 nach den ersten Landesmeisterschaften der neuen Hallensaison zu Buche. Hinzu kamen weitere Medaillen sowie zahlreiche Top-Ten-Platzierungen. Erfreulich ist neben der Zahl der Podestplätze auch, dass die Erfolge in verschiedenen Bereichen errungen wurden. Sowohl beim Mehrkampf der Altersbereiche U 14 und U 16 als auch beim 3000-Meter-Lauf sowie beim Winterwurf war unser Verein auf dem obersten Treppchen vertreten.

Beim Mehrkampf in Chemnitz legte Larissa Stiehler (W 14) den Grundstein für ihre Goldmedaille im Weitsprung (4,92 m) und im 60 Meter langen Hürdensprint (9,29 s). Damit war der Vorsprung vor dem 800-Meter-Lauf groß genug, um den Sieg ins Ziel zu retten. Im Fall von Steven Richter war eine Aufholjagd nötig, doch für solche Aktionen ist der M-14-Starter ja bekannt. Mit Kondition und Kampfgeist lief Steven in 2:24,40 Minuten noch nach vorn auf Platz 1. Dabei bewies er gutes Timing: zwei Sekunden länger – und es hätte nicht gereicht. Auch Glück war dabei, denn über die Hürden war einer der großen Konkurrenten ins Straucheln geraten.

Bis zur letzten Disziplin lag auch Paul Heymann (M 13) auf Goldkurs. Unter anderem hatte er im 60-Meter-Sprint (8,39 s) und über die Hürden (10,16 s) Bestzeiten hingelegt. Dies gelang ihm auch im abschließenden 800-Meter-Lauf, doch es reichte nicht ganz. Platz 2 war dennoch eine tolle Leistung – genau wie der Vizemeistertitel von Steven Freund, der in der M 12 nur einem Konkurrenten den Vortritt lassen musste.

Mit Helena Zietzsch (4./W 13) und Rosalie Weber (5./W 12) schrammten zwei andere Starterinnen knapp am Podest vorbei. Allerdings nur in der Einzelwertung. Trösten konnten sie sich mit der Bronzemedaille, die sie in der U-14-Teamwertung erkämpften. Das Gleiche gilt für die Jungen dieses Altersbereichs. Während bei der Siegerehrung alle strahlten, zogen andere ein schmerzverzerrtes Gesicht. Mit Lucie Möckel und Yasmin Scheithauer mussten gleich zwei unserer Sportlerinnen den Wettkampf aufgrund von Verletzungen vorzeitig beenden.

Nach dem Mehrkampf ging es im Chemnitzer Sportforum dann noch um die Titel über 3000 Meter. Dabei ragte eine Debütantin heraus. Anna-Chiara Nitschke, die erstmals auf dieser Distanz antrat, sicherte sich in 11:59,74 den Titel in der W 14 und damit einen perfekten Einstand. Auch eine Altersklasse höher war der LV 90 dank Lisa Weißbach ganz vorn vertreten. 11:22,72 Minuten bedeuteten für sie Platz 2 in der W 15 – und eine Steigerung von rund einer Minute gegenüber dem Vorjahr. Anika Brückner und Moritz Kretschy schnupperten als Vierte an einer Medaille.

Weiteres Edelmetall brachten unsere Starter von der Winterwurf-Landesmeisterschaft aus Leipzig mit nach Hause. Allen voran U-20-Hammerwerfer Pascal Thalhäuser (62,51 m) und U-18-Diskuswerfer Björn Oelmann (46,98 m), die mit ihren neuen persönlichen Bestleistungen der Konkurrenz keine Chance ließen. Als Dritter schaffte es auch Tim Hatzel aufs Treppchen, der den U-20-Diskus 44,08 Meter weit warf. Dagegen erwischte Reka Shirzad im Diskuswerfen der U 16 nicht ihren besten Tag.

 

 

Mehrkampf

W 12: 5. Rosalie Weber (2195), 13. Svenja Hübner (2073), 14. Anina Löser (2069), 15. Sarah-Michelle Leichsenring (2068), Lucie Möckel verletzt

M 12: 2. Steven Freund (2062), 11. Christopher Arnold (1928), 17. Malte Kramer (1804), 27. Sandro-Patrice Mittag (1693)

W 13: 4. Helena Zietzsch (2334), 14. Paula Mannsfeld (2114), 18. Liv Zoe Strohbach (2088), 25. Lara Mühlberg (2036), 30. Claudia Lein (1935)

M 13: 2. Paul Heymann (2273), 19. Max Geißler (1870)

W 14: 1. Larissa Stiehler (2616), 9. Nela Herzog (2362), 14. Aylin Pfefferkorn (2285), 16. Lena Listner (2272)

M 14: 1. Steven Richter (2680)

W 15: 7. Antonia Melzer (2479), 11. Laura Steinbach (2370), Yasmin Scheithauer verletzt

M 15: 18. Lukas Wolfram (2268)

Teamwertung U 14 (w): 3. LV 90 (Zietzsch/Weber/Mannsfeld), 8. LV 90 II (Strobach/Hübner/Löser), 11. LV 90 III (Leichsenring/Mühlberg/Lein)

Teamwertung U 14 (m): 3. LV 90 (Heymann/Arnold/Geißler)

 

3000 Meter

W 15: 2. Lisa Weißbach, 4. Anika Brückner; M 15: 4. Moritz Kretschy; W 14: 1. Anna-Chiara Nitschke

 

Winterwurf

U 20 (m), Hammer: 1. Pascal Thalhäuser (62,51 m); Diskus: 3. Tim Hatzel (44,08 m)

U 18 (m), Diskus: 1. Björn Oelmann (46,98 m)

U 16 (w), Diskus: 6. Reka Shirzad (22,31 m)

Duo wird zum Quartett

Christian Sperling und Jens Hoyer als DLV-Disziplintrainer berufen

Auf nationaler Ebene geben nun vier Trainer des LV 90 ihr Bestes, um die deutsche Leichtathletik voranzubringen. Bis vor kurzem waren es noch zwei. Das bekannteste Gesicht gehört dabei sicherlich Sven Lang. Wer hat ihn nicht schon einmal bei einer Live-Übertragung im TV gesehen, wie er im WM- oder Olympia-Finale konzentriert auf den Kugelstoßring starrt und Christina Schwanitz oder David Storl letzte Tipps gibt.

Zweite Feste Größe auf hoher Ebene ist schon länger Jörg Möckel, unter dessen Fittichen sich beispielsweise Sprinterin Rebekka Haase zur dreifachen U-23-Europameisterin und Olympia-Teilnehmerin gemausert hat. Auch Jörg durfte sich nun über eine Beförderung freuen, denn er wurde vom nationalen Verband zum Sprint-Bundestrainer der Männer ernannt. Als DLV-Disziplintrainer war er zuvor für den U-20-Bereich zuständig gewesen. Diese Aufgabe kommt nun zwei anderen Trainern des LV 90 in ihren jeweiligen Disziplinen zu.

Der eine ist Christian Sperling, der künftig die deutschen Kugelstoßerinnen aus dem U-20- und auch dem U-18-Bereich zu guten Ergebnissen im internationalen Maßstab verhelfen will. Gleichzeitig widmet er sich natürlich auch weiterhin den Talenten im Verein und am Landesstützpunkt. Während Christian nebenbei schon monatelang in seine neue Funktion eingearbeitet wurde, kam die Berufung für unseren zweiten neuen DLV-Disziplintrainer fast wie eine Art Weihnachtsgeschenk.

„Ich war völlig überrascht“, erinnert sich Jens Hoyer an den Anruf im Dezember. Doch auch er war natürlich sofort begeistert von der neuen Herausforderung. Nachdem sich Jens schon länger für den Deutschen Talent-Mehrsprung-Cup engagiert hatte, darf er sich nun als DLV-Disziplintrainer der jungen Dreispringerinnen beweisen. „Jeder einzelne hat sich riesig gefreut. Aber zugleich ist das auch eine Anerkennung für die Arbeit und die Philosophie unseres ganzen Vereins“, kommentiert Sven Lang die tolle Entwicklung.