Weltjahresbestleistung an der Saale

Steven Richter glänzt bei den Halleschen Werfertagen

Schlechter hätte der Wettkampf kaum beginnen können. Mäßigen 17,44 Metern zum Auftakt folgten zwei ungültige Versuche, doch an einem scheinbar gebrauchten Tag setzte Steven Richter doch noch ein Ausrufezeichen – und zwar ein ganz dickes. Im letzten Durchgang ließ der Drehstoßtechniker die Kugel 19,97 Meter weit fliegen – so weit wie noch kein anderer U-20-Athlet in diesem Jahr. Damit ließ er bei den Halleschen Werfertagen auch seinen LV-90-Kollegen Florian Schmidt (5./17,98 m) sowie Trainingskollege Kevin Reim (7./17,24 m) hinter sich. Neben diesem Sieg stand für Steven noch Bronze im U-20-Diskuswerfen zu Buche. Auch da zeigte er sich mit 62,54 Metern in guter Verfassung, musste allerdings den noch stärkeren Mika Sosna (TSG Bergedorf/64,32 m) und Matteo Maulana (LAC Chemnitz/62,90 m) den Vortritt lassen. Florian Schmidt (54,92 m) und Sascha Schmidt (52,92 m) landeten auf den Rängen 6 und 7.

In Halle schafften es außerdem zwei weitere Starter unseres Vereins aufs Treppchen. Dabei erreichte Jeremy Neubert als Zweiter des U-18-Hammerwerfens mit 56,29 Metern eine persönliche Bestleistung. Lässt man mal ihre 18,12 Meter unterm Hallendach weg, dann war auch Katharina Maisch so stark wie nie zuvor. Ihre 17,93 Meter stellten einen Bestwert unter freiem Himmel dar – und außerdem die zweitbeste Weite im Halleschen Kugelstoßen der Frauen. Nur Sara Gambetta (SV Halle/18,71 m) war besser. Nach 17,79 Metern wenige Tage zuvor beim Europacup im kroatischen Split, wo Katharina Platz 5 belegte, zeigte die Leistungskurve somit weiter nach oben. Die 18er-Marke soll bald geknackt werden. „Und da ist noch mehr drin“, sagt Trainer Sven Lang, der die Kugel im Training schon häufig weiter fliegen sah. Am liebsten wären ihm natürlich 18,50 Meter, da dies die Olympia-Norm ist. Aber auch über die Ranking-Liste könnte es Katharina per Umweg noch nach Tokio schaffen. Für diese Rangliste, in die Ergebnisse bei unterschiedlich hoch eingestuften Wettkämpfen einfließen, konnte unsere LV-90-Athletin schon fleißig Punkte sammeln. Je nachdem wie viele Sportlerinnen die Olympia-Norm erfüllen, können die besten Kugelstoßerinnen in das 32-köpfige Olympia-Teilnehmerfeld nachrücken.

Doch zurück nach Halle: Dort zeigte auch Michel Gröper mit dem Diskus eine ordentliche Leistung und erreichte mit 50,84 Metern den viertbesten U-18-Wert. Im Wettbewerb der Männer lief es für Korbinian Häßler dagegen nicht so gut. Unser U-23-Starter begann den Wettkampf mit zwei ungültigen Versuchen und ließ dann im dritten Durchgang nur 53,87 Meter folgen, sodass er als Zehnter den Endkampf verpasste. Auch im Kugelstoßen der Männer konnte Cedric Trinemeier sein Potenzial nicht wirklich ausschöpfen. 18,11 Meter bedeuteten für ihn Rang 6. Einen Platz besser war im Wettbewerb der Frauen Sarah Schmidt, die es in ihrem besten Versuch auf 16,79 Meter brachte. Wegen ihres Trainingsrückstandes hatte Christina Schwanitz den Wettkampf an der Saale ausgelassen. Sie feilt noch an den Voraussetzungen, um bei Olympia topfit zu sein. Die nötige Norm hat unsere Spitzen-Athletin bereits in der Tasche.

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