Auf dem Sprung

Erfolg im Deutschen Mehrsprung-Cup macht Mut – Erste Standortbestimmung gemeistert

Mit dem Jugend-Hallen-Meeting des LAC Chemnitz haben unsere Vertreter aus dem Jugendbereich die erste Standortbestimmung der neuen Hallensaison gerade hinter sich gebracht. Von einigen Kindern bis hin zu Leistungssportlern wie Weitspringerin Annika Gärtz war das Aufgebot des LV 90 breit gefächert. Doch wichtig war dieser Test vor allem für Vertreter des U-16-Bereichs, denn für sie stehen die ersten Titelkämpfe unmittelbar bevor. Eine von mehreren Hoffnungsträgern ist dabei Nela Herzog, die unter anderem mit Schnelligkeit und Sprungkraft überzeugt. Den besten Beweis dafür lieferte sie kurz vor dem Jahreswechsel, als sie beim Deutschen Mehrsprung-Cup in Hannover Platz 1 belegte. Nicht nur das Ergebnis war hervorragend, sondern vor allem ihre Weite.

Auf der Suche nach Dreisprung-Talenten

Knapp 50 Athleten waren in Niedersachsen am Start. Sie hatten sich über Vorausscheide qualifiziert oder waren von den Landesverbänden nominiert worden. Schließlich sollten sich auf nationaler Ebene nur die besten Talente messen, die über großes Sprung-Potenzial verfügen. „Ziel dieses Projekts ist es, Talente für den Dreisprung zu entdecken und zu fördern“, erklärt Trainer Jens Hoyer vom LV 90. Er hat sich im sächsischen Verband dieser Sache angenommen und führte i Vorfeld des Finales zum mittlerweile fünften Mal einen Vorausscheid auf Landesebene durch. Wie in Hannover stand auch in Chemnitz kein echter Dreisprung auf dem Programm. Stattdessen gingen die Teilnehmer im sogenannten Fünfer-Mehrfachsprung auf Weitenjagd.

„Es geht darum, die Sportler mit dem größten Potenzial herauszufiltern. Gleichzeitig sollen aber auch die Horizontalsprünge als Teil der leichtathletischen Grundlagenausbildung etabliert werden“, erklärt Jens Hoyer. Genau wie Sportler sind daher Trainer eingeladen, sich beim Mehrsprung-Cup über diese spezielle Trainingsmethodik zu informieren. Laut Hoyer hapert es noch an der Resonanz aus den Vereinen, da vielerorts auf alte Trainingspläne vertraut wird. Doch überall gibt es Talente, denen im wahrsten Sinne des Wortes der ganz große Sprung gelingen kann. Dieses Potenzial gilt es zu nutzen.

Klasse statt Masse

„Noch schleift es etwas“, gesteht Jens Hoyer. Als DLV-Bundestrainer für den Dreisprung-C-Kader kann der 30-Jährige nicht damit zufrieden sein, dass neben Sachsen bislang nur die Landesverbände Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg einen eigenen Mehrsprung-Cup auf die Beine gestellt haben. Seinen Optimismus hat sich der Erzgebirger aber auch von der eher geringen Teilnehmerzahl beim Finale nicht nehmen lassen. „Klasse statt Masse“ lautete das Motto in Hannover. Vor allem bei den Mädchen, denn sie boten laut Hoyer einen Wettkampf auf äußerst hohem Niveau. Daran hatte Nela Herzog großen Anteil, denn in der Altersklasse W 14 stellte die Erzgebirgerin mit ihrer Siegerweite von 17,61 Metern im Fünfersprung einen nationalen Rekord auf.

„Bislang war Sprint immer meine Lieblingsdisziplin“, sagt die junge Dittmannsdorferin schmunzelnd. Vom Weitsprung ist sie dagegen nicht so begeistert, „weil ich beim Absprung das Brett so selten treffe“. Daher rührte auch ihre Skepsis, als sie in diesem Jahr zum ersten Mal vom Mehrsprung-Cup hörte. „Aber ich wollte es trotzdem mal ausprobieren“, berichtet die 14-Jährige, die schon bald auf den Geschmack kam: „Ich war echt überrascht, dass es so gut funktionierte.“ Der Spaß und der unverhoffte Erfolg in Hannover führen nun dazu, dass sie künftig regelmäßig das Sprung-Training von Jens Hoyer am Chemnitzer Stützpunkt besuchen will.

Sich auf diese Disziplin zu konzentrieren, macht dem Trainer zufolge Sinn. Er traut der jungen Dittmannsdorferin bereits im Sommer bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft eine Medaille im Dreisprung zu. „Dafür muss Nela aber auch gezielt trainieren“, betont Jens Hoyer, der sich durch den Erfolg der LV-90-Athletin in seiner Arbeit und seinem Optimismus bestätigt sieht: „Es geht aufwärts.“ Und auch die 14-Jährige freut sich riesig über ihren Rekord. Gute Ergebnisse erreichten in Hannover aber auch noch zwei weitere Vereinsvertreter. Antonia Melzer (16,76 m) holte Bronze in der W 15, während Paul Heymann (15,75 m) Platz 2 in der M 13 belegte.

Und hier noch einige Eindrücke vom Jugend-Hallen-Meeting in Chemnitz:

 

 

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